Mannheim macht es vor, Regensburg hinkt hinterher. Online schnell einen Antrag im Amt einreichen, das geht oft nicht. Obwohl das vielen Regensburgern viel Zeit und Stress sparen würde. In der Realität heißt es: Nummer ziehen und warten. Das nervt viele Menschen: „Es wäre toll, wenn ich mir das Warten sparen könnte“, sagt Claudia Frisch. Sie sitzt im Foyer im Neuen Rathaus mit einem Formular in der Hand. Online habe sie kurz geschaut, ob sie ihren neuen Reisepass beantragen kann: doch Fehlanzeige. Diese Defizite in Sachen E-Government bekommt die Stadt jetzt schwarz auf weiß. In einem aktuellen Ranking erreicht Regensburg eine sehr schlechte Bewertung bei der Digitalisierung der Verwaltung. Regensburg ist im Smart-City-Index beim Thema Verwaltung auf dem 70. Platz von 81 Vergleichsstädten. Den Smart-City-Index gibt das Marktforschungsunternehmen Bitkom seit diesem Jahr heraus. Darin werden deutsche Großstädte über 100 000 Einwohner miteinander in verschiedenen Themen der Digitalisierung verglichen. Das Problem ist bei der Stadt bekannt. Sowohl Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer als auch Bürgermeister Jürgen Huber haben in der Vergangenheit oft betont, dass die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu den größten Herausforderungen zähle und auch in Regensburg noch viel dafür getan werden müsse. Die Gründe dafür liegen im rechtlichen und technischen Bereich. Drei Online-Themen, bei denen Regensburg besonders schlecht ist, stechen im Ranking hervor, erklärt Svenja Hampel, Projektleiterin Smart-City-Index bei Bitkom.