Berlin, Anfang Juni 2006. Durch die Straßen Neuköllns und Kreuzbergs wälzt sich der alljährliche Multikulti-Gaudiwurm. Die Hauptstadt feiert „Karneval der Kulturen“, die Stimmung ist ausgelassen, das Wetter so lala. Die Fußball-Weltmeisterschaft ist so weit weg wie die meisten der Kulturen, die sich bei der bunten Straßenparty präsentieren. Der Berliner scheint entschlossen, dem globalen Sportfest die kalte Schulter zu zeigen. Oder er zertrümmert alle Anspielungen auf das Kommende mit seinem brachialen Humor: „WM? Nee, danke! Ick hab’ schon Kopfweh!“