Im Supermarkt, bei der Partnerwahl, dem Autokauf oder der Wohnungssuche: Jeder von uns hat täglich unzählige Wahlmöglichkeiten. Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Entscheidungen, die wir selbst oder andere, bewusst oder unbewusst, treffen. Diese Entscheidungsfreiheit ist auf den ersten Blick das Credo der freien Welt – aber sie bringt Probleme mit sich.

Hätte ich nach meinem Schulabschluss einen anderen Job gewählt, würde ich jetzt nicht hier sitzen und diesen Artikel schreiben. Ich hätte wahrscheinlich einen anderen Bekanntenkreis, vielleicht eine andere Wohnung, möglicherweise ein völlig anderes Leben. Ob dieses ungewisse Andere besser gewesen wäre? Keine Ahnung. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Nein. Wissen kann ich es jedoch nicht. Und genau das ist das Problem, das uns die vielen Wahlmöglichkeiten unseres Lebens bescheren: Man will immer die bestmögliche Entscheidung treffen. Mit wachsender Auswahl entgeht uns automatisch mehr. Und man fragt sich immer: „Habe ich die richtige Entscheidung getroffen?“ Das kann frustrieren. Denn Menschen sind immer dann gestresst, wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen die Kontrolle entgleitet. Bei Entscheidungen ist das der Fall, weil man immer die Ungewissheit der Zukunft hat.