Pro Contra Stories

nr. sieben

Und täglich grüßt das Drama

Am Ende eines Jahres entwickelt die Endzeitstimmung eine gewisse Dynamik. Aber wird tatsächlich alles immer schlimmer?

Das nahe Ende des alten und der Anfang des neuen Jahres sind für einen sensiblen Menschen der reinste Horror. Die Chancen schwinden, das Ruder heuer noch irgendwie herumzureißen. Und es wird unendlich viel Kraft kosten, den trägen Karren samt Ballast an Unerledigtem und Problematischem wieder in Schwung zu bringen.

Ich trauere darüber, dass Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken – ungesehen und ohne Aussicht auf Hilfe.

Ich bin weder Pessimist, noch Optimist, sondern beides im wilden Wechsel – was die Sache nicht leicht macht. Ich sehe Bilder von Plastikmüllteppichen im Meer und von verendenden Walen. Lese vom Aufruhr gegen Macron in Frankreich, spüre die Lethargie gegenüber der Dummheit und Unberechenbarkeit Trumps in den USA, frage mich, was nach Angela Merkel kommt. Ich trauere darüber, dass Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken – ungesehen und ohne Aussicht auf Hilfe, seit Seenotretter wie die Sea Eye am Auslaufen gehindert werden. In Echtzeit werde ich auf dem Laufenden gehalten über Giftgas in Syrien, die Eskalation in der Ukraine, den Drogenkrieg in Mexiko, die humanitäre Krise in Venezuela und so weiter. Dazu der Rechtsruck in Europa, das beunruhigend hohe Potenzial der AfD in einem Land, in dem die meisten Menschen sich doch sicher und gut aufgehoben fühlen könnten.

Mehr Regionales. Mehr Fakten.
Mehr Hintergrund.

Mit M-Plus erleben Sie die ganze digitale Vielfalt Ihres Medienhauses.

oder

Anmelden

Passwort vergessen?
Teilen