1 Wenn der Maulwurfsmann im unterirdischen Nirwana verzweifelt nach der Maulwurfsfrau fahndet, künden zahlreiche Haufen von seiner eifrigen Suche. Die Paarungszeit beginnt Ende Februar/Anfang März und dauert bis April. Im Moment geht also unterirdisch die Post ab – und oberirdisch häufen sich die Hügel. Denn die Herren der Schöpfung müssen sich erst mal mühsam zu den Damen durchgraben, die während ihrer Brunftzeit in ihrem Bau mehr oder weniger geduldig auf einen Freier warten. Erschwerend kommt hinzu, dass das Weibchen nur für etwa 30 Stunden paarungsbereit ist. Das ist ein ziemlich enges Zeitfenster zum Anbaggern. Kommt der Typ zur falschen Zeit, wird er vom Weibchen fauchend vom Hof gejagt. Hat er Glück, wird er zum Schäferstündchen im Bau eingeladen. Damit sich die Mühe und der ganze Stress am Ende auch lohnen, versperrt das Männchen seinem Weibchen mit einer Art Keuschheitsgürtel die Geschlechtsöffnung. Ein Pfropf aus harzähnlichem Material soll verhindern, dass noch weitere Rivalen zum Zug kommen. Apropos Rivalen: Bei der Suche nach einem Weibchen kennt keiner ein Pardon. Da wird bis aufs Blut gekämpft.