Beim Frühstück ist die Stimmung gut. Auf den Tischen stehen Körbe mit Semmeln, es gibt Marmelade, Kaffee, Tee und lautes Hallo, wenn jemand dazukommt. „Und, hattet Ihr ungebetenen Besuch?“, fragt einer. „Ja, Freunde, morgens um halb vier. Und heute früh eine Schulklasse, die fand das voll witzig.“ Gelächter, Kopfnicken. Fast alle haben ähnliche Begegnungen hinter sich. Neugierige, die nachts an die Tür klopften, Wiesn-Besucher, die mal probeliegen wollten. Wer an diesem Morgen in der Kantine der Münchner Kammerspiele frühstückt, der hat die Nacht auf Münchens Straßen und Plätzen verbracht. Auf dem Max-Joseph-Platz vor dem Nationaltheater, auf der Verkehrsinsel am Isartor oder mitten in Giesing auf dem Hans-Mielich-Platz, getrennt von der Außenwelt nur durch dünne Bretterwände.