Gerade zur Erntezeit fallen wieder ganze Horden von Nacktschnecken über das sorgsam aufgepäppelte Grünzeug her. Dabei hinterlassen sie nicht nur eine Schleimspur der Verwüstung, sondern auch ratlose Gärtner und Bauern, die angesichts kahlgefressener Salatbeete und durchlöcherter Hosta-Blätter vor den Schnecken erschrecken.
Das nackte Grauen wütet besonders arg, wenn wie in diesem Jahr der Winter recht mild zu den Tierchen war. Dennoch sollte man nicht alle kleinen Schleimer zusammen in einen Topf werfen, denn von den nahezu zweihundertundfünfzig Schneckenarten, die in Deutschland vorkommen, und unter denen sich auch mehrere Dutzend Nacktschneckenspezies befinden, sind längst nicht alle gewillt, Gemüsebeete und Zierpflanzen dem Erdboden gleich zu machen. Und die Weinbergschnecke, eine Delikatesse für Gourmets, ist zum Beispiel so selten geworden, dass sie als bedrohte Tierart nicht einfach eingesammelt werden darf.