Es trieft und dampft in der Käseküche von Marc-Henri Horner im Dörfchen Marsens im Greyerzerland bei Fribourg in der französischsprachigen Westschweiz. Gerade wollen zwei Angestellte den Vacherin aus einem großen Kupferkessel heben. Immer wieder haben die Käser die Körnung der geronnenen Milch auf einer Art weißen Kehrschaufel geprüft und die dickflüssige Masse mit einem riesigen Drahtgitter, der Käseharfe, in Schnörkelbewegungen von Hand geschnitten. Jetzt tauchen die jungen Männer ein auf einen runden Rahmen gespanntes Tuch in den Kessel ein, um es anschließend als klatschnasses Riesenbündel mit einer elektrischen Winde ein paar Meter durch den Raum in eine Zwischenform zu wuchten. Aus der sechzig, siebzig Zentimeter großen Stoffkugel voller weißer Käsekörner rauscht die gelbliche Molke schwallweise in den Kessel zurück und platscht quer über den Boden.