nr. sieben

Diese Plätzchen machen Laune

Wenn Plätzchenduft durch die Wohnung zieht, lässt die Adventsstimmung nicht lange auf sich warten. Zu Beginn der Vorweihnachtszeit ist der Plätzchenhunger am größten. Gut, wenn man seine Keksdosen schon gefüllt hat.

Nun beginnt die „staade Zeit“. Wer das heute sagt, meint es meist nicht ernst, sondern ironisch, denn längst ist in der Vorweihnachtszeit mehr los als im ganzen Rest des Jahres. Oder es schwingt ein Hauch von Wehmut und Nostalgie mit. Denn ganz früher war es tatsächlich stiller, wenn die Tage kürzer wurden und die Arbeit draußen ruhte. Mensch und Natur sparten ihre Energie für die wärmeren Jahreszeiten auf. Man rückte in der Stube zusammen und die Stimmung stellte sich wie von selbst ein. Aber vermutlich ist das nur ein schön gefärbtes Klischee. 

Und auch ohne einer längst vergangenen Zeit nachzutrauern: Es ist gar nicht so einfach, besinnliche Adventsgefühle zu entwickeln, während der Alltag seine Anforderungen stellt. Eine Auszeit mit der Familie in der heimischen Küche beim gemeinsamen Plätzchenbacken kann da sehr gut helfen. 

Sieben Bäcker, sieben Sorten

Sobald der Duft von Vanillekipferl und Spitzbuben durch die Wohnung zieht, braucht es höchstens noch die erste Kerze am Adventskranz und einen Schluck heißen Tee oder Glühwein, um vorweihnachtlich gestimmt zu sein. 

Rund 20 000 Sorten an Weihnachtsgebäck soll es geben. Wir haben sieben davon ausgewählt und schon mal gebacken. Der einzige Fehler, den man jetzt noch begehen könnte, wäre, die Kalorien zu zählen. Darüber breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. In diesem Sinne soll der Advent – ganz ironiefrei – unsere „staade Zeit“ sein.

Katharina Eichingers
Pistazien-Marzipan-Plätzchen

Pistazien-Marzipan-Plätzchen

Zutaten: 150 g Butter, 60 g Puderzucker, Vanilleextrakt, 1 TL Zimt, 1 Prise Salz, 1 Ei, 250 g Mehl; für die Füllung: 100 g Pistazien, 400 g Marzipanrohmasse; für die Deko: 150 g Zartbitterkuvertüre, 60 g gehackte Pistazien

Ich komme erst in Weihnachtsstimmung, wenn es in der Küche meiner Eltern nach Plätzchen riecht. Meine Mama ist eine Meisterbäckerin, deswegen probiere ich es gar nicht erst selbst und beschränke mich darauf, Plätzchen zu essen.

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Und so gehen die Pistazien-Marzipan-Plätzchen: Für den Mürbteig die Butter mit Puderzucker, Vanilleextrakt, Zimt und Salz verrühren. Ei und Mehl hinzugeben. Den Teig zu einer Kugel formen und zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Für die Füllung die Pistazien mahlen und mit dem Marzipan verkneten. Den Teig auf einer bemehlten Silikonmatte ausrollen und in drei Teile schneiden, die circa 30 mal 15 cm groß sind. Mit Wasser bestreichen. Die Marzipanmasse in drei Teile teilen und jeweils zu einer 30 cm langen Rolle formen. Die Rollen mit dem Teig umwickeln. Bei 180 Grad für 20 Minuten backen. Abkühlen lassen und in Scheiben schneiden. Eine Ecke der Plätzchen mit der temperierten Kuvertüre bestreichen und mit den gehackten Pistazien bestreuen.

Isolde Stöcker-Gietls
Ingwer-Limetten-Würfel

Ingwer-Limetten-Würfel

Zutaten für 50 Stück: 125 g kandierter Ingwer, 60  g Puderzucker, 175 g Butter, 250 g Mehl, 70 g fein gehackte Haselnüsse, 1 Prise Salz, Zitronenabrieb. Für den Guss: 1 Bio-Zitrone, 80 g Puderzucker, gemahlene Pistazien

Wie sagt Sternekoch Schuhbeck so schön: Ingwer ist meine Droge. Für mich ist die scharfe Wurzel meine liebste Winterzutat und darf deshalb auch nicht auf dem Plätzchenteller fehlen.

Und so gehen die Ingwer-Würfel: Den Ingwer in sehr feine Stücke schneiden und mit 60 g Puderzucker, Butter, Mehl, Haselnüssen, etwas Abrieb von der Bio-Zitrone und einer Prise Salz zu einem Teig verkneten.

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 Den Teig ca. 1,5 cm dick ausrollen und in kleine Quadrate schneiden. Die Plätzchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und ca. 1 Stunde kühlen. Backofen auf 160 Grad Heißluft heizen und die Ingwer-Würfel ca. 15 bis 20 Min. goldgelb backen. Auskühlen lassen. Zitrone auspressen. Ca. 2 bis 3 EL Saft mit 80 g Puderzucker verrühren, bis ein glatter, zähflüssiger Guss entstanden ist. Oberseite der Ingwerwürfel mit Guss bestreichen und mit gemahlenen Pistazienkernen garnieren. Tipp: Damit der Ingwer sein volles Aroma entfalten kann, sollten die Plätzchen eine Woche in einer verschlossenen Dose durchziehen.

Philipp Froschhammers
Schwarz-Weiß-Gebäck

Schwarz-Weiß-Gebäck

Zutaten: 150 g Puderzucker, 400 g Mehl, eine Prise Salz, 1 Pck. Vanillezucker, 300 g Butter, 30 g Kakao, Eiweiß

Alle Jahre wieder verzweifle ich am Ausstechen der Weihnachtsplätzchen. Erst ist der Teig zu dünn gerollt und die Hälfte bleibt an der Form hängen, beim nächsten reißt mir der Teig – und so weiter. Doch heuer soll mir das nicht passieren. Deshalb backe ich Schwarz-Weiß-Gebäck. Da lässt sich der Teig ganz einfach zusammenrollen und mit dem Messer in die gewünschte Plätzchenform schneiden.

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Aber zuerst muss der Teig vorbereitet werden: Puderzucker, Mehl, eine Prise Salz, Vanillezucker und Butter zu einem Teig verkneten. Dann ein Drittel des Teigs abschneiden und mit Kakao vermengen. Sowohl die helle als auch die dunkle Teigkugel für etwa zwei Stunden in Frischhaltefolie gewickelt in den Kühlschrank legen. Jeweils ein Stück dunkler und heller Teig werden dann ausgebreitet, übereinander gelegt und zur Roulade zusammengerollt. Als „Klebstoff“ dient Eiweiß. Die Teigrolle wird dann 45 Minuten gekühlt, bevor sie in Scheiben geschnitten und zwölf Minuten gebacken wird. Wem das Schnecken-Muster zu simpel ist, der kann auch kompliziertere Formen wie ein Schachbrett versuchen.

Monika Pöllmanns
Macadamia-Monde

Macadamia-Monde

Zutaten: Für ca. 30 Stück benötigt man 50 g feinsten Zucker, 50 g Macadamianüsse (gesalzen), 125 g weiche Butter, 180 g Mehl, 1/2 TL gem. Ingwer; außerdem: ca. 70 g Johannisbeergelee, ca. 200 g Zartbitter-Kuvertüre, 10 g Bio-Kokosfett

Immer auf der Suche nach neuen Rezepten bin ich wieder einmal fündig geworden – es lohnt sich! In diesem Jahr zieren Monde mit dem Aroma gesalzener Macadamia -der Königin der Nüsse - unseren Plätzchenteller.

Und so geht es: Zucker und Macadamianüsse zusammen im elektrischen Zerkleinerer fein mahlen. Mit den restlichen Teigzutaten in eine Schüssel geben und mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten. Teig zur Kugel formen und in Folie gewickelt ca. 1 Stunde kalt stellen.

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 Den Teig portionsweise zwischen Frischhaltefolie ca. 4 mm dick ausrollen und Monde ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im heißen Ofen (180 Grad, Mitte) 8-10 Minuten backen. Plätzchen vom Blech ziehen und auskühlen lassen. Die Hälfte der erkalteten Plätzchen mit dem erwärmten Gelee bestreichen und ein zweites Plätzchen darauf setzen. Fest werden lassen. Die Kuvertüre im heißen Wasserbad schmelzen, Kokosfett unterrühren, Monde zur Hälfte hineintauchen, abtropfen lassen. Auf Backpapier geben und fest werden lassen. Rest der Kuvertüre in einen Gefrierbeutel geben, Spitze abschneiden und Monde streifenartig damit verzieren.

Alex Hubers
Champagnersterne

Champagnersterne

Zutaten: 125 g Mehl, 50 g Puderzucker, 1 Packung Vanillezucker, abgeriebene Schale von einer halben Zitrone, 1 Prise Salz, 2 Eigelb, 50 g Butter; Füllung: 150 g weiße Kuvertüre, 40 g Butter, 25 g Puderzucker, 4 EL Champagner (oder Sekt), 1 EL Zitronensaft, Zuckerperlen für die Verzierung

Während bei meiner Freundin in der Vorweihnachtszeit der Backwahn ausbricht, beschränke ich mich lieber auf das Vernaschen ihrer Leckereien. Zugegeben, mir fehlt wohl auch das Talent zum Backen. Sie hingegen zaubert Jahr für Jahr neue Variationen aus dem Ärmel, deren süße Düfte die ganze Wohnung erfüllen – zum Leid meiner Figur.

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Und so gehen die Champagnersterne: Das Mehl für den Teig sieben und mit Puderzucker, Vanillezucker, Zitronenschalenabrieb, Salz, Eigelb und Butter verrühren, 30 Minuten kalt stellen. Den Teig anschließend dünn ausrollen, Plätzchen ausstechen und für ca. 15 Minuten bei 175 Grad backen. Die Kuvertüre für die Füllung im Wasserbad schmelzen, Butter und Puderzucker schaumig rühren. Geschmolzene Kuvertüre, Zitronensaft und Champagner dazugeben und verrühren. Die fertige Masse auf die Hälfte der Plätzchen geben und zusammenkleben. Danach mit weißer Schokolade und Zuckerperlen verzieren.

Gisela Auburgers
Honigbissen

Honigbissen

Zutaten: 270 g Mehl, 125 g Zucker, 125 g gemahlene Nüsse, 125 g Butter, 1 Ei, 1 TL Backpulver, je eine Prise Zimt, Nelken und Kardamom, 2 EL warmes Wasser; Füllung und Dekoration: Honig, Haselnussglasur (gibt es fertig zu kaufen)

Ich sammle Plätzchenrezepte und backe jedes Jahr so viele Sorten, dass ich nicht mehr weiß, woher dieses Rezept stammt. Interessant daran ist das harmonische Zusammenspiel der Gewürze Zimt, Nelken und Kardamom mit dem Honig, der die Hälften zusammenhält. Ich verwende streichfähigen Imkerhonig, weil er mehr Aroma hat. Nach ein, zwei Wochen in einer Blechdose schmecken die Plätzchen am besten.

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So einfach gehen die Honigbissen: Alle Teigzutaten miteinander verkneten. Anschließend den Teig mindestens zwei Stunden kühl stellen. Dünn ausrollen und kleine runde oder eckige Plätzchen ausstechen. Auf Backpapier etwa zehn Minuten bei 160 Grad backen. Dann mit Honig zusammenkleben und mit Haselnussglasur bestreichen.

Inge Passians
Kokos-Himbeer-Makronen

Kokos-Himbeer-Makronen

Zutaten: Für etwa 30 Stück benötigt man 200 g Kokosraspeln, 4 Eiweiß, 200 g Puderzucker, 100 g TK Himbeeren (aufgetaut), Oblaten

Himbeeren im Teig – halten sich diese Plätzchen denn? Meine Standardantwort darauf lautet: Keine Ahnung, sie sind immer so schnell weg, dass sich die Frage gar nicht stellt.

Und so gelingen die Kokos-Himbeer-Makronen: Den Backofen vorheizen und das Backblech mit Backpapier belegen. Die Himbeeren auftauen und gut abtropfen lassen. Alle Zutaten (außer den Himbeeren) in einen Topf geben und unter ständigem Rühren erwärmen. Die Masse darf nicht heißer als 50 Grad Celsius werden. Die Temperatur mit einem Küchenthermometer messen.

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Wenn der Teig eine kleisterähnliche Konsistenz hat, ist er genau richtig: Der Puderzucker ist geschmolzen und hat sich mit dem Eiweiß verbunden.

Nun die Himbeeren locker unterheben. Jetzt kann die Makronen-Masse gebacken werden. Oblaten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mithilfe von zwei Teelöffeln den Teig auf die Oblaten geben. Den Ofen bei Ober-/Unterhitze auf 180 Grad einstellen, bei Umluft reichen 160 Grad. Die Plätzchen 20 bis 25 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Danach die Makronen auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

Rezepte und Texte von
Gisela Auburger, Katharina Eichinger, Philipp Froschhammer, Isolde Stöcker-Gietl, Alex Huber, Inge Passian und Monika Pöllmann

Fotos: Tino Lex

Übrigens: Auch in den vergangenen Jahren haben MZ-Kolleginnen und Kollegen bereits gebacken. 

Hier geht es zu den Rezepten von 2016, von 2015, von 2014, und 2013.

Kapitel
Pistazien-Marzipan Ingwer-Würfel Schwarz-Weiß-Gebäck Macadamia-Monde Champagnersterne Honigbissen Himbeer-Makronen
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