Endlich frühlingshafte Temperaturen! Wenn wir wissen wollen, wie warm es draußen ist, reicht ein kurzer Blick aufs Thermometer. So einfach war die Temperaturmessung nicht immer, ganz im Gegenteil. Über Jahrhunderte hinweg scheiterten selbst die besten Gelehrten ihrer Zeit an den Problemen, die die exakte Bestimmung von Kälte und Wärme mit sich bringt.

Historiker lassen die Geschichte des Thermometers gerne mit einem Betrug beginnen. Vor über 2000 Jahren beauftragte König Hieron II. von Syrakus den griechischen Gelehrten Archimedes mit einer heiklen Aufgabe. Der König wollte wissen, ob seine Krone wirklich aus purem Gold bestand oder ob bei deren Herstellung heimlich gespart worden war. Das Problem: Archimedes konnte die königliche Krone ja kaum auseinandersägen, um nachzuschauen. Eine andere Lösung musste also her. Die rettende Idee kam ihm angeblich beim Baden, als seine Wanne überlief: Wenn die Krone wirklich aus purem Gold war, dann musste ein ebenso schwerer, reiner Goldbarren exakt gleich viel Wasser verdrängen. Also tauchte er beides nacheinander in ein randvolles Gefäß und siehe da: Sobald die Krone untergetaucht war, lief mehr Wasser über den Rand des Bottichs als beim Goldbarren. Damit war klar: Der König war betrogen worden. Soweit zumindest die Legende.