Hier wollten sie mich erschießen“, sagt Igor Osvaldo Mantilla und deutet auf den Marktplatz von Ituango, einer Kleinstadt inmitten der kolumbianischen Berge. „Aber Ituango hat mir drei neue Leben geschenkt.“ Wenn man die Geschichte des Ortes nicht kennt, nichts von den Massakern und Massengräbern weiß, könnte man glauben, dass Ituango ein Paradies sei, ein Idyll: Alte Männer mit Cowboyhüten dösen auf einer Bank, in bunten Blechhütten bieten Dorfbewohner Tomaten, Bananen und Bohnen an, Bauern stiefeln mit ledrigen Peitschen und Macheten im Hosenbund über den Platz. Kinder spielen in der Sonne, daneben werden Kaffeesäcke von Eseln abgeladen.