Wenn wir es auch im Jahr 2016 noch mögen, dass bei zwielichtigen Vorgängen in Politik und Wirtschaft endlich Ross und Reiter genannt werden, dann hat das mit einem geschätzten Zeitvertreib der mittelalterlichen Rittersleut’ zu tun. Bei Ritterturnieren war es nämlich „üblich, den hinter seiner Rüstung verborgenen Ritter, den nur Eingeweihte an seinen Farben und Wappen erkennen konnten, bei seiner Ankunft oder seinem Eintritt zum Kampf laut mit seinem Namen und den seines edlen Pferdes auszurufen, um Ross und Reiter der Öffentlichkeit zu präsentieren“ - so erklärt der 2006 verstorbene Volkskundler Lutz Röhrich die Redewendung in seinem noch immer vielbemühten „Lexikon der Sprichwörtlichen Redensarten“.