Jasmin leuchtet. Ihr Kopftuch und ihr Kaftan sind strahlende Punkte im Halbdunkel ihres Zuhauses, einem besseren Zelt. Ihre Strasskette glitzert. Aber Jasmin hört in sich hinein. Es ist, als kleide sie ihre Trauer in Licht. Jasmin lebt mit ihrer Familie in der libanesischen Bekaa-Ebene in einem „Informal Tented Settlement“, einer „informellen Zeltsiedlung“, wie sie im UN-Jargon heißen. Mehrere Zelte sind um einen größeren Platz gruppiert, die meisten gebaut mit Planen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Hier ist Jasmin mit ihrer Familie vor vier Jahren gestrandet, nur 14 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Sie blickt durch die zurückgeschlagene Plane ihres momentanen Zuhauses in die Ferne. Am Horizont ist eine Bergkette zu sehen – gleich dahinter liegt Syrien.