Musik dröhnt aus Boxen an der Straße, die Häuserwände sind vollgesprayt, dort, wo früher Freiluft-Duschen an der Straße standen und Drogen verkauft wurden, reihen sich jetzt Läden, Straßenstände, Restaurants und Fitnesscenter aneinander. Dutzende Motorradtaxis und Menschen drängeln sich an der schmalen Straße in der Favela aneinander vorbei. Mittendrin Blackyva – mit einem blauen Auge.

Kinder fangen bei ihrem Anblick an zu weinen, vor kurzem hat die Künstlerin an einer Schule eine Performance vorgeführt, die Jugendlichen waren schockiert. „Wenn ich mit dem blauen Auge auf der Straße herumlaufe, erschrecken sich die Leute“, sagt sie. „Es symbolisiert die alltägliche Gewalt, die ich ertragen muss, und die auch meine Mutter erlitten hat“ – Gewalt in der Familie, dazu noch dreifache Diskriminierung. Denn Blackyva ist schwarz, transsexuell, lebt in einer Favela, der Rocinha, dem größten Armenviertel von Rio de Janeiro. Das blaue Auge hat sie kämpferisch zu ihrem Markenzeichen gemacht. Heute nur noch mit Make-up.