Ganz früh ist das Farbenspiel am schönsten. Wenn die Nacht noch mit sich ringt, ob sie für den Morgen das Feld räumen will, geht es deshalb quer durch den noch schlummernden Ort Sulzano den Hang hinauf – ziemlich steil, weil Gletscher das Tal wie mit einer Diamantensäge ins Gestein der Alpen geschnitten haben. Wenn dann die Sonne über die Gipfel lugt, errötet das Kirchlein, das wie ein Adlerhorst auf der Insel Monte Isola thront, 400 Meter hoch über dem Iseosee. Olivenbäume und Zypressen ergrünen, es leuchten in Pastelltönen die alten Häuser der Fischer im Dorf Peschiera Maraglio, und das Schwarz des Wassers wandelt sich in ein tiefes Blau. Wer auch immer diese Landschaft einst so idyllisch geschaffen hat: Er war ein großer Künstler. Und nun kommt Christo, um sie zu verzaubern.