Wer früher baden gehen wollte, hatte es nicht leicht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wasserkostüme der Damen waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch aus Flanell und legten im nassen Zustand gut und gerne fünf Kilogramm zu. Die Damenwelt war derartige Erschwernisse in den Anfangstagen der neu aufkommenden Bademode gewohnt, denn in die Badekleider waren ohnehin Gewichte eingenäht, damit sie auch unter Wasser nicht etwa aufschwammen und den Blick auf das Bein freigaben. Das wäre zwar nicht möglich gewesen, denn schließlich steckte dieses bis zu den Knöcheln in einem langen Beinkleid. Aber man konnte ja nie wissen. Der Anstand sollte auch beim Baden gewahrt bleiben. Dazu trug die Dame im Wasser leichte Lederschuhe, mit Strümpfen versteht sich, und eine Badehaube aus Wachstaffet, also einem wasserabweisend behandelten Seidenstoff. Apropos wasserabweisend: Die Farben waren zu dieser Zeit nicht wirklich wasserfest und schon gar nicht UV-beständig. So hielt der schöne neue Schwimmanzug gerade einmal eine Saison durch. Badespaß sieht anders aus.