Er ist eine der meistgenutzten Erfindungen der Neuzeit. Ihn kennt jeder, den Reißverschluss. Journalist Kurt Tucholsky widmete ihm eine Satire, die Rolling Stones inszenierten ihn mit einem Album-Cover spektakulär. Am 29. August feiert der kleine Helfer mit den vielen Zähnen Geburtstag: Seit 125 Jahren geht der Reißverschluss auf und zu.

Für Journalist Kurt Tucholsky blieb das gezackte Wunderwerk der Ingenieurs-Technik zeitlebens ein Mysterium: „Kein Mensch kann sich erklären, warum der Reißverschluss funktioniert“, schrieb das Lästermaul unter seinem Pseudonym Peter Panter 1928 in der „Vossischen Zeitung“. „Ich weiß es nicht, du weißt es nicht, wir alle wissen es nicht.“ Auch der frühere Bundespräsident Theodor Heuss gab sich ahnungslos: Als „Papa Heuss“ in den 1950er Jahren die Ausstellung „Bergbau“ im Deutschen Museum in München eröffnete, sprach der Schwabe mit der markanten Stimme den Kuratoren ins Ohr: „Meine Herren, das interessiert mich hier eigentlich alles gar nicht.“ Aber wie ein Reißverschluss funktioniert, das wüsste er schon gerne.