Es könnte ein Sonntagsgottesdienst sein wie jeder andere. Die evangelische Pastorin Simona Rauch steigt in ihrem schwarzen Gewand auf die Kanzel in Vicosoprano. Bis auf drei Reihen sind die meisten Holzbänke leer. 15 Gläubige sitzen in der Kirche und warten auf ihre Predigt, auch mehrere Bondarins, Einwohner des Nachbardorfs Bondo, sind gekommen. Rauchs Stimme zittert, mehrere Kameras sind auf sie gerichtet. Auch zehn Journalisten sind beim Gottesdienst anwesend, um ihre Predigt in aller Welt zu verbreiten. Die Erwartungshaltung an die Worte, die sie gleich sprechen wird, ist groß. Die Gläubigen suchen Antworten auf viele Fragen. Und die Journalisten die passenden Worte zu dem Unglück, das sich vier Tage zuvor ereignet hat.