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Hölderlin – Dichter in dürftiger Zeit

Hegel, Nietzsche und Heidegger gingen bei ihm in die Schule; Nationalisten und Revolutionäre beriefen sich auf ihn. In Regensburg schrieb er sein bedeutendstes Gedicht. Vor 250 Jahren wurde Friedrich Hölderlin geboren.

In einem legendären Brief an den Dichterfreund Böhlendorff vom 4. Dezember 1801 heißt es: „Es hat mich bittere Tränen gekostet, da ich mich entschloss, mein Vaterland jetzt zu verlassen, vielleicht für immer. Denn was hab ich Lieberes auf der Welt? Aber sie können mich nicht brauchen.“ So spricht ein zutiefst Zerrissener, von Hassliebe gezeichnet. Denn das Vaterland, das er liebt, ist ja nicht das reale, das er Tag für Tag erleben und erleiden muss. Ein Vaterland, das ihn nicht als freien Bürger unter seinesgleichen sieht, sondern ihn zum „Knecht“ machen möchte, traumlos, der Not gehorchend. Vielleicht findet er eine wirkliche Heimat nur in der Fremde, im Exil.

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