Torsten Bendl hat Pech. Eigentlich wäre heute ein guter Tag, um vom Dach der Regensburger Sternwarte aus zum Mond zu blicken. Nicht zu irgendeinem Mond, sondern zu „unserem“ – dem ständigen Begleiter der Erde, der sie seit viereinhalb Milliarden Jahren umkreist. Doch trotz guter Wettervorhersage und obwohl der Neumond bereits fünf Tage zurückliegt, kann er mit bloßem Auge noch nicht einmal die Türme des Regensburger Doms erahnen. Gegen den dichten Winter-Nebel bleibt das große Linsenteleskop machtlos.

Zwei- bis dreimal die Woche kommt der Student der Wissenschaftsgeschichte hier hoch, um in den Himmel zu sehen, zu weit entfernten Raumnebeln und Planeten. Er engagiert sich ehrenamtlich im Sternwartenverein, zeigt interessierten Regensburgern Woche für Woche das All. Der Mond, sagt Bendl, hat dabei eine Sonderstellung. „Von vielen Phänomenen im Weltall wissen wir erst seit ein paar hundert Jahren. Aber Sonne, Mond, Sterne und Erde, die waren schon immer sichtbar.“