ZeitreiseMZ-Plus

Blicke auf Prag

Prag ist in Zeiten von Corona weiter weg denn je. Der Schriftsteller und Fotograf Benno Hurt nimmt uns mit auf zwei Reisen in die frühere tschechoslowakische Hauptstadt.

Blicke auf Prag … Nicht zu Geschichten montieren! Natürlich gibt es Zusammenhänge … Furth im Wald: Bayerisch-tschechische Grenze. Ein schwüler Sommertag, mit Ankündigungen von Gewitter am Himmel. Werden parallel zu einem Bus tschechischer Sportler abgefertigt, die heimkehren. Atmosphäre – ein Romananfang: „Alle Höflichkeit war in dieser Stimme auf die Formel reduziert, als wenn er ihr statt Wasser H2O angeboten hätte.“ Der Zöllner trägt undurchsichtige Sonnenbrille, schwarze Glacéhandschuhe. Schwarzbehandschuhte Hände weisen uns an, die Koffer auf einen leeren Tisch zu legen, hinter dem er steht. Eine weitere Handbewegung: Wir öffnen die Koffer. Seine Hände greifen den Inhalt unserer Koffer ab wie ein Arzt den kranken Leib eines Patienten. Die Kollegin des Zöllners: eine dralle Blondine in Uniform. Paarweise treten die Sportler vor den Stuhl, auf dem sie hockt. Ihr Minirock steigt. Die Athleten werden unruhig. Sie blickt gleichgültig- frivol darüber hinweg. Das Gewitter entlädt sich – der Bus ist noch keine hundert Meter im Landesinnern.

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