Der Wald lässt ihn nicht los. Immer wieder fährt Michael Nerlich heim nach Zwiesel in den Bayerischen Wald, wo er aufgewachsen ist. Er singt: „Vui schöne Platzerl gibts – Hoamat grad oane!“, und sagt: „Das gibt einem eine solche Kraft.“ Eine Kraft, die er im Alltag ständig braucht. Nerlich operiert nicht selten an der Schwelle zwischen Leben und Tod. Ein Unfallchirurg ist ein Zehnkämpfer. Er muss handwerkliches Geschick mit dem Blick für den Gesamtorganismus verbinden, mögliche Komplikationen vorhersehen, in kürzester Zeit schwierige Situationen antizipieren, Tod und Verstümmelung verkraften können. Es gibt Fälle, die sich in sein Hirn eingegraben haben.