Es war ein Abend der ganz großen Gefühle, der überbordenden Emotionen, inszeniert für Millionen – 21 waren es in der Spitze, wie der Sender RTL anderntags quotentrunken verbellte. Und dann dieses Finale furioso! Der Kitsch führt Regie. Der besiegte Faustkämpfer kauert auf einem Knie im Ring. Scheinwerferspots tauchen Henry Maske in gleißendes Licht, als er hinter bandagierten Pranken seine feuchten Augen verbirgt. Dazu Streicher, die seinen Abgang musikalisch untermalen. Es erklingt ein Lied, das fortan zum Gassenhauer bei solchen Anlässen avancieren wird: „Time to Say Goodbye“, dargeboten vom italienischen Tenor Andrea Bocelli und der britischen Sopranistin Sarah Brightman.