Wenn man über einen Mann sagt, er sei ein Gockel, dann ist das nicht unbedingt ein Kompliment. Gleichwohl darf er sich bei dieser Zuschreibung darüber freuen, dass man ihm Manneskraft und Kampfgeist zutraut sowie ein gewisses Gespür für das Anbrechen eines neuen Tages – was man in der Menschenwelt vielleicht mit dem Instinkt für künftige Tendenzen übersetzen könnte. Dennoch überwiegt das Lächerliche. Da stolziert er auf seinem Misthaufen herum, kräht sein in Zeiten digitaler Weckrufe herzlich nutzloses Kikeriki und umgarnt die Hühnerschar, sofern sie ihn lässt. Denn bekanntlich haben dabei die mächtigen Althennen auch noch ein Wörtchen mitzureden.