Auch die Grausamkeit entbehrt nicht einer gewissen Ästhetik. Hoch erhobenen Hauptes und aufgeblasen ist er gerade noch durch die Arena stolziert, hat sich selbstsicher mit geschwollenem Kamm den grölenden Campesinos gezeigt und dabei die Klingen an seinen Füßen blitzen lassen. Keine 40 Sekunden später liegt er zusammengesackt in seinem eigenen Blut wie ein in die Ecke geworfener Putzlappen. Der Kampfhahn von Miguel, dem er den Namen „Fidelito“ gegeben hatte, ist jetzt gar nicht mehr fidel. Miguel schüttelt ungläubig den Kopf, als der Schiedsrichter den Hahn noch einmal in die Höhe hebt, ihn schüttelt, um seinen Tod festzustellen und ihn wieder fallen lässt. „Roto“, sagt er – kaputt.