Mildes Licht dringt durch die hohen Sprossenfenster des Betsaals und zeichnet die Konturen des hellen Holzgestühls weich. Ilse Danziger, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, sitzt hinten bei den Frauen, nur ein dünner Vorhang trennt sie vom Männerbereich, wo ihr Mann David in der ersten Bank immer wieder Besuch von zwei quirligen, dreijährigen Enkelkindern bekommt. Ilse Danziger mag die Wohnzimmeratmosphäre sehr, in der die Regensburger Juden zum Gebet zusammenrücken. „Das ist mein liebster Ort“, sagt sie.