Das Bayerische Häusl steht da, wo der Weg aufhört. Zwischen dem Holzschuppen und dem Austragshäusl hindurch trifft er auf einen L-förmigen Riegel, rot bedacht, weiß getüncht, die Fenster und Ecken ockerbraun umrandet. Auf der sonnenbeschienenen Gred – so nennt man im Bayerischen Wald die erhöhte Veranda zwischen Haus und Stalltür – gehen die Hühner spazieren. Die Tür öffnet sich in einen langen, breiten Gang, mannshoch lindgrün getüncht, als hätten sich das dunkle Grün vom Wald und das frische, helle der Wiesen ringsum mit der Wandfarbe vermischt und das Haus inwendig einverleibt. Auf der anderen Seite des Flurs geht der Blick durch die Hintertür ins Freie. Da draußen lag mehr als das halbe Leben der Josefa lang das Ende der Welt. „Koan Schritt ume!“ Josefa Singer ist mit dem drohenden Verbot groß geworden. Die Hühner, die es nicht kannten, bezahlten ihre Unwissenheit regelmäßig mit dem Leben.