Das Haus in der Regensburger Kreuzgasse 5 summt und brummt wie ein Bienenstock. Vor der Tür eine Traube Studentinnen und Studenten, innen ein Hin und Her zwischen Sekretariat und Kantine, ein Rauf und Runter im Treppenhaus. Mittendrin sitzt Meike Fabian, wie immer im Kleid, auf einem Barhocker, die Beine übereinandergeschlagen, den Laptop aufgeklappt, die Haare hochgesteckt, die Ruhe in Person. Eine Art natürliche Präsenz umgibt sie, egal, ob sie am ersten Schultag an der Akademie für Darstellende Kunst im dunklen Off des Zuschauerraums die Begrüßung der Neuen verfolgt, selbst moderiert, Führungskräfte in Körpersprache coacht, mit Schauspielschülern ein neues Stück bespricht, im Büro Termine durchgeht und mit Kollegin Bettina Schönenberg in der Musik-Show „…Zack! – Glück!“ den Mr. Perfect sucht. Oder auch, wenn sie nur im Café einen schwarzen Tee bestellt. Sie müsse nicht selbst auftreten, „aber ein Leben ohne Theater kann ich mir nicht vorstellen“, sagt die 41-Jährige. Aber eigentlich hat sie ihre Bühne immer um sich herum, und wenn sie spricht, dann klingt das nie wie irgendwelche Sätze, sondern wie ein Text, der es wert ist.