Der Bleistift liegt locker in der Hand, Julia Pröll hält ihn in der Mitte, vorn lässt sie ihm Spielraum. Leise kratzt er über den Muschelkalk. Auf dem hellen Stein der Stele fächern sich Blütenblätter auf. Die Steinmetzin setzt die Flex an. Die Diamantscheibe frisst sich heulend an den Strichen entlang durch den Stein, zermahlt ihn zu feinem Staub. Der legt sich auf die dunklen Haare, das schwarze Shirt, pudert ihre helle Haut und dringt in die Rillen ihrer Zunfthose aus braunem Cord. Langsam schält sich die Blume aus dem harten Material, als wäre sie schon immer dort gewesen.