Hellgrau dringt der Dezember durchs hohe Fenster. Die entlaubten Bäume des Schlossparks zeichnen schwarze Verästelungen in den Himmel. Gedämpfte Geräusche – Stimmen, leise Musik vom Weihnachtsmarkt im Schlosshof – machen die Stille im Raum noch stiller. Gloria von Thurn und Taxis bindet sich eine blaue, mit Farbresten bekleckste Schürze um und dreht ihr hölzernes Nostalgieradio an. Auf einem Tisch liegen Malutensilien bereit, geordnet, „denn im Chaos kann ich nicht arbeiten“. Sie wählt Pinsel und Ölfarbe aus, lässt sich auf einen türkisen Bürostuhl plumpsen und rollt mit Schwung vor die mit Holzplatten verkleidete Wand des kleinen Zimmers. Dort heften fertige und halbfertige Bilder – Mutter Beatrix, Tochter Elisabeth, der frühere Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, Enkelin Mafalda. Das Kind braucht noch Farbe, hier und dort einen Glanzpunkt, eine Korrektur.