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Die Kunst des Fassbindens

Ohne Herbert Konrad wäre die Geschichte des Fassbaus in Tirschenreuth vorbei gewesen. Nun fängt sie wieder von Neuem an – als Immaterielles Kulturerbe.

An der Daubenbiegemaschine entscheidet es sich. Hopp oder top. Herbert Konrad klemmt eine dampfende, von der Gerbsäure dunkel gefärbte Daube in eine Zwinge oben auf dem tonnenschweren Eisenkoloss. Der 72-jährige Tirschenreuther dreht mit Schwung am Rad und der Apparat nimmt das Holz in die Zange. „Langsam, Helmut!“, ruft Josef Schuller. Die Maschine ist sein Ding, als früherer Maschinenbauer, versteht sich das von selbst. Aber heute biegt auch der Herbert mal die Balken. Herbert Konrad war Schlosser, dann beim Bundesgrenzschutz und bei der Polizei. Das Schreinern hat er sich selbst beigebracht. „Ich hab‘ eigentlich immer was gebastelt“, sagt er. Seit 2009 ist er pensioniert. Es knirscht auf Biegen und Brechen. Und dann knackt es. Aus und vorbei, die Daube hat nichts getaugt.

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