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Die Bürstenbinderfrauen

Oma und Enkelin halten die Tradition von Bürsten Ernst in Regensburg am Leben. Und ein bisschen ist es auch umgekehrt.

Links hinter der Ladenbudel führt eine Tür ins Reich von Waltraud Ernst. Seitlich zur Werkbank steht ihr Holzstuhl. Er ist ungepolstert und genau so hart, wie die 81-Jährige auch manchmal zu sich selbst ist. Hilft ja nichts. Weitermachen, den Laden aufsperren, die Kunden beraten, Besen binden. 1968 hat sie hier eingeheiratet, zwölf Jahre später starb ihr Mann, vor gut zwei Jahren ihre Tochter. „Der Mensch denkt und Gott lenkt“, sagt sie. Mit ruhigen Fingern teilt sie die gebündelten Rossschweifhaare zu Strähnen, mittelt sie, fädelt sie durch eine Kupferdrahtschleife und zack! zieht sie den Draht am Rücken des Besenrohlings fest; dabei schlüpft der Haarknoten in die vorgestanzte Bohrung, und weil das Loch sich verjüngt, bleibt das Büschel fest darin stecken.

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