Damit ein Schuh draus wird, braucht man Geduld. Zehn Jahre war Jürgen Maier alt, als er sich mit dem Papa sein erstes Paar gefertigt hat. Cowboystiefel, schwarz, mit weißen Intarsien am Schaft: eine Pistole und zwei stilisierte Blüten. Ein Schuh ist aufgebaut wie ein Haus, sagt der Schuhmacher aus Regensburg. Es gibt eine Basis, den Rahmen, einen Schaft, ein Innenleben und eine Außenansicht. Er schützt, wärmt, passt sich an. Und wenn er gut gebaut ist, hält er ewig. Jürgen Maier brach in handgemachten Stiefeln in den Wilden Westen seines Lebens auf, ein bisschen Revoluzzer, ein bisschen bunte Blume. Die Schuhe passten ihm bald nicht mehr. Aber drausgewachsen ist er aus ihnen eigentlich nie.