Ungelöste Mordfälle

Der Fall Sabina: Das tote Baby von Essing

Im August 2000 wird die Leiche eines Säuglings im Main-Donau-Kanal entdeckt. Der Fall ist mysteriös, die Ermittlungen sorgen für Aufsehen. Es ist eine von drei ungeklärten Kindstötungen in Ostbayern.

Essing. Es ist der 24. August 2000, ein warmer Spätsommertag, als der Angelausflug des Kelheimers Klaus T. am Ufer des Ludwig-Main-Donau-Kanals ein grauenvolles Ende nimmt. 

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Hobbyangler Klaus T. zeigt auf die Stelle, an der er das tote Baby gefunden hat. Foto: MZ-Archiv/Bachmeier-Fausten

Der 50-jährige Familienvater ist schon früh zu seinem Stammplatz südlich von Essing in der Nähe von Heidenstein aufgebrochen. Er stellt seinen Klappstuhl auf, wirft die Rute aus und wartet, dass ein Fisch anbeißt. Er lässt seinen Blick über den Fluss gleiten, als er im seichten Wasser plötzlich eine gelbe Plastiktüte aufblitzen sieht. T. ärgert sich. Wieder hat jemand hier einfach seinen Müll entsorgt, so glaubt er. Mit einem Ast stochert er ins Wasser, die Plastiktüte öffnet sich. Dem Mann stockt der Atem: Ein kleiner Kopf kommt zum Vorschein. Sofort läuft der 50-Jährige in die nahe gelegene Ortschaft und bittet einen Anwohner um Hilfe. Gemeinsam verständigen sie die Polizei. 

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Wie die Obduktion später ergeben wird, handelt es sich bei der Babyleiche um ein neugeborenes Mädchen. Feststeht: Die Kleine – 54 Zentimeter groß und 2,8 Kilo schwer – hat offensichtlich nach der Geburt noch gelebt. Über die Todesursache schweigen Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Nabelschnur wurde unfachmännisch abgetrennt. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass die unbekannte Mutter das Kind möglicherweise zuhause, in jedem Fall aber ohne ärztliche Hilfe zur Welt gebracht hat. Bei ihr muss es sich um eine Mitteleuropäerin handeln. Die Gerichtsmediziner schätzen, dass der Leichnam des Säuglings etwa sieben bis zehn Tage im Wasser gelegen hat. 

Kapitel
Die Ermittlungen Versteckte Kamera Blaues Blut am Grab Der Massen-Gentest Der Fall Dominik Der Fall Maria
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