Leonberg. Es ist der 12. August 1966, ein warmer Sonntagnachmittag, als der Eisenwerkarbeiter Anton S. aus Winkerling eine grauenvolle Entdeckung macht.

Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter ist er unterwegs zu seiner Großtante Anna Brunner, die zurückgezogen in Leonberg in einem kleinen Häuschen im Kuchlweg 19 wohnt. Er will mit der 68-jährigen Witwe den Ausflug zu einem Kirchenfest besprechen. Als der 35-Jährige gegen 15 Uhr an die Haustür tritt, wundert er sich: In der Türklinke steckt noch der Burglengenfelder Anzeiger vom Vortag. Er klingelt, doch Anna Brunner öffnet nicht. Er spricht mit den Nachbarn, doch auch diese haben die ältere Dame seit Tagen nicht gesehen. S. erinnert sich an die Worte seiner Tante, die vor einigen Jahren ernsthaft krank war: Wenn sie einmal nicht die Tür öffnen würde, solle er versuchen, sich über das Schlafzimmerfenster Zutritt zum Haus zu verschaffen.