Lucius Licinius Lucullus (117 bis 56 v. Chr.) war ein römischer Feldherr mit feinem Sinn für die Köstlichkeiten des Lebens. Da der Mann in seinem Brotjob erfolgreich war, konnte er sich ausschweifende Gelage leisten. Außerdem kam er bei seinen Feldzügen sehr weit in der antiken Welt herum – und lernte dabei Genüsse jenseits römischer Hausmannskost kennen. Nicht von ungefähr sprechen wir heute noch von lukullischen Gaumenfreuden und nennen einen Gourmet auch mal „Lukull“. In Kleinasien, auf dem Gebiet der heutigen Türkei, kostete Lucullus der Überlieferung nach im Jahre 74 v. Chr. erstmals von dickfleischigen, knackigen, roten Kirschen – und war hin und weg. Das denkwürdige Erlebnis fand in der Hafenstadt Kerasos statt. In deren Hinterland sollen die Kirschen, von denen die heutigen Süßkirschen abstammen, bereits seit 400 v. Chr. kultiviert worden sein.