Die Geschichte des Beef Tatar ist aufgeladen mit Legenden und Mythen. Die bekannteste Story darunter stimmt nicht: Tataren sollen das rohe Fleisch unter ihren Sätteln mürbe geritten und danach verspeist haben. Tatsächlich aber – das fanden Historiker heraus – wollten die Reiter damit lediglich das Wundreiben der Pferde lindern. Genießbar war das Fleisch danach freilich nicht mehr.

Wie aber kam das gehackte Rohe zu seinem Namen? Eine andere Theorie hat mit einer Sauce zu tun, die üblicherweise zu dem Gericht gereicht wird: Die „Sauce tartare“, erstmals erwähnt in Kochbüchern des 19. Jahrhunderts, ist französischen Ursprungs und wird wie eine Art Mayonnaise mit Kräutern, fein gehackten Kapern, Gewürzgurken, Zwiebeln, Senf und Knoblauch hergestellt. Die These lautet, sie habe ihren Namen von den eingelegten Gurken, die damals stark mit der östlichen Küche assoziiert wurden. Das rohe Hackfleisch, zu dem diese Remoulade serviert wurde, nannten die Franzosen ursprünglich „Beef à l’americaine“. Irgendwann hieß dann nicht nur die Sauce, sondern gleich das ganze Steak bzw. Beef „Tatar“ (deutsch) oder „tartare“ (französisch und englisch).