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Weihnachten

Endspurt vor dem Fest: Ein Tag im DEZ

80 000 Quadratmeter, 140 Geschäfte auf zwei Ladenstraßen-Ebenen unter einem Dach: Das Donaueinkaufszentrum Regensburg (DEZ) gehört zu den größten Einkaufszentren in Bayern. 1600 Menschen arbeiten dort, 50 davon kümmern sich allein um Verwaltung, Haustechnik und Reinigung. Jährlich zieht der Einkaufsmagnet rund acht Millionen Kunden an. Besonders viel ist natürlich in den Wochen vor Weihnachten los.

Das DEZ ist eine kleine Stadt in der Stadt – auch in Bezug auf den Energieverbrauch. Mehrere Lichthöfe lassen Sonnenlicht in das Zentrum. Jetzt im Advent glitzern tausende Weihnachtslichter in der Ladenstraße. „Die Adventszeit ist die stärkste Zeit des Jahres und die wichtigste Zeit für die Händler“, sagt Thomas Zink, Geschäftsführer des DEZ. „Viele machen dann bis zu 35 Prozent ihres Umsatzes. In der Größenordnung steigt auch die Besucherfrequenz.“ 

„Es konzentriert sich nicht mehr alles auf die Samstage" Thomas Zink, Geschäftsführer des DEZ

Das Einkaufsverhalten habe sich in den vergangenen Jahren geändert, sagt Zink. „Es konzentriert sich nicht mehr alles auf die Samstage. Die Tage vor Weihnachten sind wichtig, aber es ist auch nicht so, dass da Horden die Geschäfte stürmen.“

Frühe Reinigung

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Ab 4 Uhr ist Hausmeister Bernhard Weiß mit der Aufsitzmaschine unterwegs und fährt alle Ladenstraßen ab. Glasflächen, Edelstahlgeländer, Mülleimer: Die Feinreinigung übernehmen 25 Reinigungskräfte ab 6 Uhr. 830 Tonnen Müll fallen pro Jahr in dem Einkaufszentrum an.

Ab 7 Uhr wird die Theke eingeräumt: Gänse und sogenannte „Weihnachtsmetten“. „Viele planen gut, so können auch wir gut planen“, sagt Evelin Jecke, Filialleiterin Metzgerei Krain. Für den 23. Dezember warten schon 50 Bestellungen. „Da sind die Meisten dann schon wieder relaxed.“

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In den Morgenstunden kreativ

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Gläser, Engel, Laternen: Kreativität ist in dem Geschenkartikel-Laden Nanu-Nana schon in den Morgenstunden bei der Dekoration gefragt. „Viele sehen gar nicht, dass wir im Advent um 7 Uhr anfangen“, sagt Mitarbeiterin Ramona Lankes. Jeden Tag kommen mehrere Paletten Lieferung. „Das müssen wir bis 9.30 Uhr aufgebaut haben – zügig und schön.“ Acht Leute arbeiten in dem Geschäft. Zehn Aushilfen unterstützen im Dezember.

Sicherheit in Zivil

Vier Mitarbeiter kümmern sich um die Sicherheit. Jeweils zwei sind permanent in Zivil unterwegs. Daneben sind an neuralgischen Punkten Kameras installiert – wie viele genau, das bleibt geheim. Eine zentrale Überwachungsstation gibt es aber nicht. Sollte etwas passieren, wertet die Polizei die Videobilder aus.

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Der Herr der Ventile und Schalter

Willi Blößl ist der Leiter der Haustechnik und damit Herr über Ventile und Sicherungen. 28 Lüftungsanlagen kühlen und heizen. Pro Stunde bewegen sie 1,2 Millionen Kubikmeter Luft. Beleuchtung und Kunden erzeugen viel Wärme. Daher liegt die Richttemperatur der Anlage bei 14 Grad. Das reicht. Der Verbrauch bewegt sich trotzdem in mächtigen Dimensionen. „Im Winter brauchen wir pro Tag so viel Energie wie ein Einfamilienhaus im Jahr.“

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26 000 Kunden strömen im Durchschnitt pro Tag durch das DEZ: Viel davon ist Laufkundschaft, aber es gibt auch viele Stammgäste. Schon morgens Sitzen in der Konditorei Zink oder dem Café Lederer Gruppen zusammen. Rund 80 Stammtische gibt es im DEZ – mache treffen sich täglich. Zu Spitzenzeiten sind alle der 3200 zur Verfügung stehenden Parkplätze in Gebrauch. Parkeinweiser helfen dann weiter und leiten den Kundenstrom.

Das DEZ im Weihnachtstrubel - Spherical Image - RICOH THETA

Zwei gute Seelen haben alle Informationen

Wenn eine Drehtür ausfällt oder eine Rolltreppe streikt, erhalten Regina Obermaier (l.) und Monika Scheibl am Info-Schalter die Warnmeldung – doppelte Besetzung für die Weihnachtszeit. Der Gutscheinverkauf schnellt auf das Zehnfache hoch. Im Minutentakt werden sie um Rat gefragt: „Wo ist die Toilette?“, „Können Sie unsere Tochter ausrufen?“. Touristen erkundigen sich auch nach Sehenswürdigkeiten oder den Weihnachtsmärkten.

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Der Run auf Schokolade

Weihnachten ohne Schokolade? Unvorstellbar. Die am Morgen noch üppig gefüllte Trüffel-Theke muss schon am frühen Nachmittag nachgefüllt werden. Hunderte Nikoläuse sind im Dezember in der Confiserie Hussel schon über die Verkaufstheke gegangen. „Der Anstieg direkt vor Weihnachten wird sicher noch einmal heftig“, sagt Filialleiterin Helga Furchert. „Da arbeiten alle mit Open End.“

Foto Geschäft im DEZ - Spherical Image - RICOH THETA

Mit tausenden Lichtern geschmückt

270 Sterne, 13 Christbäume, etliche hundert Meter Girlanden: Montiert wird die Weihnachtsdekoration von Haustechnikern und dem Hausmeister zwischen Oktober und Dezember. „Wenn es schon früh Schnee gibt, haben wir wegen dem Winterdienst zeitlich ein Riesenproblem“, sagt Hausmeister Bernhard Weiß „In diesem Jahr hatten wir aber Glück.“ Besonders effektvoll erstrahlen die Lichterketten natürlich in der Dämmerung.

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Zimt gegen den Stress

Tausende Kunden bedeuten deutlich höhere Belastung für die Mitarbeiter. Das weiß auch Kaufhof-Geschäftsführer Dani Marquardt: „Wir sind alle so vom Stress getrieben. Dabei soll Weihnachten das Fest der Liebe bleiben.“ Für mehr Atmosphäre schlüpft er in ein Wichtelkostüm, organisiert Flashmob-Konzerte und lässt Mitarbeiter des Strohhalms Zimtwaffeln für den guten Zweck backen.

„Wir sind alle so vom Stress getrieben. Dabei soll Weihnachten das Fest der Liebe bleiben.“ Dani Marquardt, Geschäftsführer Galeria Kaufhof
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Verpackungskünstler

„Vor allem abends kommen vor Weihnachten sehr viele Kunden“, sagt Christine Lehner, Filialleiterin bei Bücher Pustet. Wenn die Zeit schon nicht mehr für Bestellungen reicht, hat das Geschäft 40 000 Bücher vorrätig. Bis zu 20 000 gehen im Dezember über die Theke – das Fünffache gegenüber anderen Monaten. Jeder Dritte lässt sein Buch verpacken. „Es ist immer jemand da, der nur Geschenke einpackt.“

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