Steinerne

Historie

Steinerne Brücke: Meisterwerk des Mittelalters

Nach fast 25-jähriger Planungszeit und achtjähriger Sanierung wird die Steinerne Brücke in Regensburg am 10. Juni wieder eröffnet. Lissi Knipl-Zörkler erzählt in Zahlen und Bildern ihre Geschichte und Geschichten.

Die Steinerne Brücke in Regensburg ist die älteste ausschließlich aus Stein erbaute und noch voll funktionsfähige Brücke in Deutschland. Am 10. Juni, dem Welterbetag, wird sie nach einer achtjärigen Sanierungsphase wiedereröffnet. Die Planungszeit dafür hat fast 25 Jahre gedauert. Wir erzählen in Zahlen und Bildern die Geschichte des Regensburger Wahrzeichens.

Legenden und Sagen um die Steinerne Brücke

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Das Bruckmandl auf der Steinernen Brücke. (Foto: Kiefer/dpa)
  • Das Bruckmandl: Die Figur symbolisierte im Mittelalter die Freiheitsrechte der Freien Reichsstadt Regensburg gegenüber dem Bischof und dem Herzog von Bayern. Die ursprüngliche Skulptur wurde 1579 zerstört und gilt als verschollen. Von der zweiten Ausführung des Bruckmandls ist der Torso im Historischen Museum vorhanden. Die dritte Ausführung der Figur wurde im Jahr 1854 am heutigen Standort auf der Steinernen Brücke aufgestellt.
  • Die Ehrung: Reine Legende ist, das Bruckmandl sei eine Ehrung für den Mann gewesen, der während des Baues den Brückenmeister über die Fortschritte des Dombaus auf dem Laufenden gehalten habe. Allerdings wurde mit dem Bau des Domes erst 1273, also mehr als 100 Jahre später, begonnen.
  • Das Lied vom Strudel: „Als wir jüngst in Regensburg waren, sind wir über den Strudel gefahren… ", heißt es in einem Volkslied. Der Strudel bildet sich an der Steinernen Brücke, ist aber nicht gemeint. Er liegt tatsächlich unterhalb des österreichischen Ortes Grein. Es existiert eine Textversion aus dem Jahr 1840, deren Titelzeile „Als wir einst von Regensburg kamen“ näher am Original eines Liedes von Ostkolonisten liegt.
  • Der Teufelspakt: Der Teufel soll dem Brückenbauer in Regensburg beim Bau der Brücke geholfen haben. Dieser hatte mit dem Dombauer gewettet, er werde als Erster den Bau vollenden. Als Lohn sollte der Teufel die ersten drei Seelen erhalten, die über die Brücke gingen. Der Brückenbauer gewann und ließ bei der Eröffnung einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke laufen. Aus Rache versuchte der Teufel, die Brücke zu zerstören, doch erreichte nur, dass sich ein Buckel bildete.

Im Wandel: Wiederaufbau, Umbau, Sanierung

Hier können Sie sich durch die Geschichte der Steinernen Brücke klicken. Nutzen Sie dazu den Pfeil rechts. In der mobilen Nutzung wischen Sie von rechts nach links.

Regensburg: Altes Handelszentrum

Regensburg unterhielt schon früh Handelsbeziehungen in alle Himmelsrichtungen. Eine Übersicht:

  • Die Messestadt Leipzig war nach dem Brückenbau für Regensburger Kaufleute leichter erreichbar. Sie lag an der Kreuzung der Via Imperii und der Via Regia.
  • Breslau war seit 1241 wichtiger Handelsplatz am Schnittpunkt der "Bernsteinstraße und der "Hohen Straße".
  • Regensburger Firmen unterhielten enge Kontakte nach Prag und besaßen dort sogar eigene Filialen.
  • Aus Böhmen, Schlesien und Polen bezog man Edelmetalle, Felle und Wachse und lieferte Orientwaren wie Gewürze.
  • Venedig, Mailand und Bologna hatten große wirtschaftliche Bedeutung. Regensburg bezog Wein, Seide, Südfrüchte und Gewürze und lieferte Edelmetalle.
  • In Frankreich, vornehmlich in der Champagne, kaufte man unter anderem Tuche und Wein.
  • Aus dem Hansekontor in Brügge kamen wertvolle Tuche. Regensburg lieferte Edelmetall und Vieh.

Vorbild für Brücken in ganz Europa

Die Steinerne Brücke in Regensburg diente für Brücken in ganz Europa als Vorbild. Unsere Karte zeigt eine Übersicht. Fahren Sie mit der Maus oder mit dem Finger über die Lupensymbole, um mehr über die jeweiligen Brücken zu erfahren.

Wichtige Personen: Vom Baumeister bis zum Sprengmeister

In der langen Geschichte der Steinernen Brücke gab es mehrere Personen, die eine Rolle spielten. Eine Auswahl:

Unbekannt ist bis heute der Baumeister der Steinernen Brücke, die als Weltwunder galt. Möglicherweise hat er sich an der Steinernen Brücke verewigt:

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Foto: MZ-Archiv

Bayernherzog Heinrich der Stolze förderte den Bau der Brücke ab dem Jahr 1135.

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Foto: MZ-Archiv

Kaiser Friedrich Barbarossa bricht 1189 über die die Steinerne Brücke zum Kreuzzug nach Jerusalem auf:

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Foto: Fotolia/Joachim

Deutsche Soldaten sprengen 1945 vier Brückenbögen vor den anrückenden Amerikanern.

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Foto: Fotolia/Gregory Bruev

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wird die sanierte Brücke am Welterbetag (10. Juni) wiedereröffnen.

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Das Bauwerk in Zahlen

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Titelfoto: Fotolia/Bergfee

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