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Wandern im Eggental

Die Region in der Nähe von Bozen ist ein Paradies für Bergfreunde. Von anspruchsvollen Touren wie der Rosengartenumrundung bis zum familienfreundlichen Planetenweg gibt es für jedes Niveau die richtige Wanderung.

Eine Gruppe Journalisten quält sich den Rosengarten hinauf, während Extrembergsteigerin Tamara Lunger auf Teilen der Runde fast leichtfüßig über Steine und Geröll hüpft. Keine Schweißperle auf der Stirn, geschweigeden Hilfsmittel wie Wanderstöcke in den Händen. Der Rosengarten, das Schlernmassiv und der Latemar bieten in den Dolomiten 530 Kilometer Wanderwege, Klettersteige und zahlreiche Mountainbike-Routen.

Latemar
Der Latemar ist ein Gebirgsstock in den Dolomiten. Foto: Niedermair

Die Gesteinformationen, seit 2009 Unesco-Welterbe, zeigen sich dort von ihrer schroffen Seite. Weißes Kalkgestein so weit das Auge reicht. Die Umrundung der südlichen Rosengartengruppe ist eine der schönsten Panoramawanderungen und zugleich ein der anspruchsvolleren Touren. Bergerfahrung, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und eine solide Grundfitness sind gute Voraussetzungen, um das Abenteuer zu meistern.

Die Rosengartenumrundung

Für Bergprofis wie Tamara Lunger, die aus dem Eggental stammt, ist selbst die Rosengartenumrundung ein Kinderspiel. Wenn die 32-Jährige in ihrer Heimat ist, gehört ein Teil der Runde oftmals zu ihrer Trainingsstrecke. Die knapp 1000 Höhenmeter sind für den Profi allerdings zu wenig, deshalb wird die Tour um den einen oder anderen Anstieg erweitert. Ins Schwitzen kommt die K2-Bezwingerin dabei nicht – anders als Urlauber oder Hobby-Wanderer, die schon nach wenigen hundert Metern merken, dass es die Tour in sich hat. Obwohl das Eggental Urlauber anzieht, fühlt sich Lunger an einem anderen Ort heimischer: dem Basislager. Denn dort, wo es keinerlei Luxus, keine Dusche und keinen Föhn gibt, ist die Sportlerin am Liebsten.

„Da ist nur die Natur. Da bin ich geerdet.“​ Tamara Lunger
Eggental Stories

Die ersten und die letzten Höhenmeter der Rosengartenumrundung können durch die Gondelfahrt mit der Paolina-Bahn umgangen werden. Die gut fünf Stunden Gehzeit von der Paolina- zur Pederiva-Hütte muss dann jeder selbst bewältigen. Dabei muss man an manchen Stellen wirklich auf jeden Schritt achten. Extrem steile Anstiege, schmale Wege, teilweise nicht breiter als 30 bis 40 Zentimeter, und viel Geröll erfordern Konzentration.

Bevor es zum höchsten Punkt der Tour (2573 Meter) geht, müssen Wanderer an einer Stelle ganzjährig mit Schnee rechnen. Trittstellen sind an dem schmalen Pfad sichtbar. Die Tatsache, dass es auf der linken Seite senkrecht nach unten geht, verlangt trotzdem Mut. Hilfsmittel sind nicht nötig. Ein paar Meter weiter vermittelt ein im Felsen verankertes Stahlseil so etwas wie Sicherheit zum Festhalten, danach hilft eine Leiter beim Aufstieg. Bis nach oben auf 2560 Meter ist der Weg von Geröll geprägt. Den „einen“ Weg gibt es nicht. Jeder muss für sich die richtige Strecke finden. Oben angekommen gibt es auf einer Holzbank mit Gipfelkreuz die Möglichkeit, kurz zu verschnaufen.

Bis zur höchsten Stelle der Umrundung sind es noch ein paar Hundert Meter, ein echter Aufstieg ist es nicht mehr. Von dort geht das letzte Stück bis zur Pederiva-Hütte fast nur bergab, an manchen Stellen flacher, an anderen steiler. Das letzte Teilstück von der Hütte zur Gondel hat keine Tücken und verläuft ohne große Auf- und Abstiege. Wer es nicht so abenteuerfreudig mag, kann vom Start an der Paolina-Hütte auch direkt zum Ziel der Runde wandern.

Das Sternendorf Gummer

Planetenweg
An den einzelnen Stationen werden die Planeten erklärt. Foto: Gross

Mit Kindern, vor allem Kleinkindern, ist die Rosengartenumrundung nicht unbedingt das Richtige. Für Familien oder gemütliche Wanderer bietet Gummer, der Heimatort von Tamara Lunger, mit seinem Planetarium und dem Planetenweg eine tolle Alternative. Auf der in Wanderkarten als „leicht“ bezeichneten Tour kann man in circa drei Stunden von Merkur bis Pluto wandern. Möglich ist das, weil die einzelnen Planeten-Stationen im Verhältnis 1:1 Milliarde auf der gut neun Kilometer langen Runde angeordnet sind. Los geht’s am Sternwarte Max Valier. Die längste Etappe führt auf 1,57 Kilometern von Saturn zu Uranus. Die Wege zwischen den Stationen verlaufen durch den Wald, durch grüne Wiesen und Felder und teilweise auch entlang wenig befahrener Verbindungsstraßen.

" Ich bin eine Träumerin, verliebt in die Berge. " Tamara Lunger

Das Planetarium liegt übrigens direkt neben der Grundschule, die auch Tamara Lunger besuchte. Ihr Faible für das Klettern begründet sie mit einer lustigen Anekdote. In der Schule hätten sie immer Ball gespielt und immer, wenn der Ball über den Zaun flog, musste er von unten geholt werden. Die Sternwarte mit Sonnenobservatorium ist die Einzige in Südtirol und bei guten Sichtverhältnissen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ein Highlight. Im Eggental bilden mehrere Dörfer das „Erste Europäische Sternendorf“. In der Zeit von März bis November bieten sieben Restaurants Genuss-Vollmond-Abende an. Auf der Menükarte finden sich dann Gerichte wie Schattenfisch oder Mondpizza, die aus der Vollmondküche stammen.

Naturliebhaber können am Karersee, circa sechs Kilometer von Welschnofen entfernt, die Aussicht auf Dolomiten und smaragdgrünes Wasser genießen. Wenn die Sonne richtig steht und die Wolken nicht die Bergspitzen von Latemar und Rosengarten verdecken, spiegelt sich der Gebirgsstock im tiefgrünen Wasser wider.

Tamara Lunger - Südtirols erfolgreichste Bergsteigerin

Die 32-Jährige Extrembergsteigerin ist die erste Südtirolerin, die den Gipfel des K2 (8611 Meter) erreichte. Auf dem Weg zur Spitze des zweithöchsten Berges der Welt verzichtete sie auf künstlichen Sauerstoff und Hochträger. Unter diesen Bedingungen schaffen es nur wenige Bergsteiger.

Das Skifahren lag Lunger nach eigenen Angaben überhaupt nicht. Viel besser fand sie es, mit den Skiern den Berg nach oben zu laufen. Ihre ersten großen sportlichen Erfolge feierte sie als Skibergsteigerin, als sie 2006 und 2008 Staatsmeisterin wurde. Seit 2009 ist Lunger als Extrembergsteigerin unterwegs.

Mehr über die Heimat von Tamara Lunger erfahren Sie beim Veranstalter der Pressereise, Eggental Tourismus, Dolomitenstraße 4, I-39056 Welschnofen, per Mail an info@eggental.com, telefonisch unter (00 39) 04 71 61 95 00, oder im Internet unter www.eggental.com.

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Tamara Lunger
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