Eins vorweg: Das ist keine besondere Geschichte. So etwas passiert jeden Tag überall auf der Welt. Ein Moment der Unachtsamkeit, ein Aussetzer – schon ist es geschehen. Oft sind die Folgen gravierender als hier, manchmal auch leichter. Kein Fall gleicht dem anderen, und trotzdem gibt es eine Gemeinsamkeit: Das Danach hat eine andere Qualität als das Davor.

Besser? Schlechter? Bewusster? Norbert Specker weiß es noch nicht. Er wacht jeden Morgen auf und ist wieder ein bisschen ein anderer. Er reift im Schnelldurchgang. Im Moment erlebt sich der 58-Jährige Medienunternehmer aus der Schweiz als junger Erwachsener, dem die Pubertät noch in den Knochen steckt. In seinem Hirn schwappt es hin und her zwischen Ideen und Selbstzweifeln, zwischen Energie und Phlegma, zwischen Zukunftsangst und kindlicher Begeisterung. Kürzlich gelang es ihm nach vielen vergeblichen Versuchen zum ersten Mal seit mehr als eineinhalb Jahren wieder, richtig Fußball zu spielen. Plötzlich war das Bewegungsmuster abrufbar. Ein Glücksmoment.