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Der Himmel über Giesing

Der TSV 1860 München ist sportlich ganz unten. Trotzdem feiern die Löwen-Fans die vierte Liga im alten Grünwalder Stadion.

Der Himmel über München-Giesing wölbt sich in einem Blau, das so hell schimmert, dass es beinahe blendet. Es ist das Blau der Tagträume und der Sehnsucht, ein leichtes, unbeschwertes Lichtblau, durchzogen von ein bisschen Weiß, der Himmel auf Erden. Das ist das Blau der Münchner Löwen. Maximilian Osterholzer aus Regensburg trägt es als Schal um den Hals und steigt um 8:44 Uhr in den Zug nach München. Erich Bittner setzt den weißblauen Stahlhelm auf und wuchtet seine Trommel in die S-Bahn, die ihn vom Ammersee an den Ort seiner Träume kutschieren wird. Martin Reznicek aus Toblach im Hochpustertal streift es sich über und setzt sich in aller Herrgottsfrüh zu Walter Lercher ins Auto. Robert und Alice Völtl sperren in Blau ihren Trepperlwirt auf. Und wenn das erste Bumm von Helmis Basstrommel aus dem Fußballstadion zum Augustiner Stüberl in der Tegernseer Landstraße hinübertönt, wissen sie, dass die Welt in Ordnung ist.

Der tiefblaue Blues

Gruenwalder Stadion Helmi Erich Bittner Foto Asa
Erich Bittner, genannt Helmi, trommelt in der Westkurve. Foto: A. Sauerer

Wieder in Ordnung, muss man sagen. Denn noch vor einem Jahr regierte beim TSV 1860 München ein anderes Blau, ein tieferes und trauriges: der Blues, den jene schieben, die sich abrackern und trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. Der jeden befällt, der was aufbaut, das andere wieder mit dem Hintern einreißen. Wenn man es genau nimmt, ist das die DNA der Münchner Löwen: ein immer wiederkehrendes Auf und Ab – letzte Saison dann freilich mit mehr Tendenz zum Ab. Die Löwen verlieren am 30. Mai 2017 das Relegationsrückspiel gegen den SSV Jahn Regensburg (Hinspiel 1:1) vor 62 000 Zuschauern in der Allianz Arena. Eine Lizenz für die 3. Liga bekommen sie nicht. Nach Querelen zwischen Gesellschafter und Geldgeber Hasan Ismaik und dem Verein kann der notwendige Betrag nicht hinterlegt werden. Regensburg steigt in die 2. Liga auf, die Löwen rauschen ungebremst hinunter in die vierte Liga.

Ein Sechzger-Fan flieht nicht vor der Wirklichkeit. Er begegnet ihr an jedem Spieltag im Stadion, und sie ist rau.

Erich Bittner kennt diesen Abwärtstrend nur zu gut. Ein Unfall machte den Maurer 1991 erwerbsunfähig. Seither wappnet er sich mit seiner Trommel, schützt den Kopf mit seinem Helm und geht mit Sechzig durch dick und dünn. Auch letztes Jahr war er ziemlich krank, aber jetzt ist er wieder da. „Ohne Sechzig gäb’s mich nimmer“, schreit Helmi durch den anschwellenden Lärm der Westkurve. Und ohne solche Fans gäb’s vermutlich Sechzig nimmer. Ein notorisch wankender Verein als Strohhalm für ein schwankendes Dasein und umgekehrt – das sind die Geschichten, die den Mythos Sechzig vielleicht am besten beschreiben. Der Arbeiterverein auf Giesings Höhen ist eine Blaupause für das ganz normale, kleine Leben seiner Anhänger: nicht immer schön, nicht immer erfolgreich, oft einfach nur Durchschnitt, leider bisweilen auch lächerlich, ärgerlich und kläglich, manchmal am Boden zerstört, dann wieder himmelhoch jauchzend. Ein Sechzger-Fan flieht nicht vor der Wirklichkeit. Er begegnet ihr an jedem Spieltag im Stadion, und sie ist rau.

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    Offiziell heißt es Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße. Aber mit dem Nobelviertel Grünwald hat es nichts zu tun, es liegt mitten in Giesing. Foto: A. Sauerer
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    An der Südseite grenzt das Stadion direkt an ein Wohnviertel. Foto: A. Sauerer

Eigentlich trifft er sie schon davor. Das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße liegt nicht, wie der Name vermuten lässt, im grünen Nobelviertel. Es liegt vielmehr an der breiten, verkehrumtosten Kreuzung von Candid-, Grünwalder und Tegernseer Landstraße. Neben der Ampel weist ein Schild mit einem Fußball den Weg dorthin, wo der verhasste Lokalrivale FC Bayern München spielt und wo man selber nie heimisch wurde: Allianz Arena. Der Vergleich mit den erfolgsverwöhnten Bayern gehört zum identitätsstiftenden Trauma der Löwen. Die Trainingsgelände befinden sich in direkter Nachbarschaft, aber dazwischen liegen Welten: hier die Erfolgsgemeinschaft, dort die Leidensgenossen, die ihre Triumphe fast an einer Hand abzählen können: Meister 1966, DFB-Pokal 1964, Finaleinzug Europapokal der Pokalsieger 1965, Pokal 1942, Vizemeister 1931, 1967. Alles davon hier in Giesing erkämpft.

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    Der 1860-München-Spieler Rudolf Brunnenmeier (l.) und der FC-Bayern-Spieler Franz Beckenbauer (2. v. l.) kämpfen 1967 im Grünwalder Stadion um den Ball. Der TSV 1860 München, amtierender Deutscher Meister von 1966, gewann das Derby 1:0. Foto: Klaus-Dieter Heirler/dpa
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    Torwart-Legende Petar Radenkovic, genannt «Radi», von 1860 München faustet 1966 in München vor dem Hamburger Pohlschmidt den Ball weg.Das Schlitzohr im «Löwen»-Kasten war für seine Ausflüge in die gegnerische Hälfte bekannt - 1966 zettelte «Radi» sogar eine Revolte gegen Trainer Merkel an, weil ihn dieser mit der Verpflichtung eines weiteren Torwarts unter Druck gesetzt hatte. Foto: Klaus Heirler

Gegenüber gesichtslosen Häusern türmt sich die Hinterseite der Ende der 70er Jahre erneuerten Stehhalle auf – die Gegengerade, in der man schon lange nicht mehr steht, sondern auf undefinierbar grauen Sitzschalen Platz nimmt. Auf der anderen Seite überragt die kleine Haupttribüne nur knapp die angrenzenden Einfamilienhäuser. Sie ist der älteste Teil des Stadions. Stützpfeiler mit Notleitern behindern die Sicht, egal, wo man sitzt. Der Sehnsuchtsort der Löwen ist ein in die Jahre gekommener, zusammengestückelter und geflickter Bau. Ein Relikt aus früheren Zeiten. Und er gehört ihnen nicht mal. 1911 wurde der Sechzgerplatz zur Heimspielstätte des TSV. 1926 weihte der Verein das nach dem damaligen Präsidenten benannte Heinrich-Zisch-Stadion ein. 1937 kaufte die Stadt München das Stadion und verhinderte damit die drohende Insolvenz des Vereins, der damals fest in nationalsozialistischer Hand war – was lange gern verschwiegen wurde. Abgesehen davon: Mit Geld konnte der TSV 1860 München anscheinend noch nie gut umgehen. „Ein Löwe lernt aus der Geschichte nichts“, kommentiert Trepperlwirt Robert Völtl diesen Umstand, auch das sei eine Konstante.

Die neuen alten Mieter markieren ihr Revier

Sechzgerstadion, von wegen. Günther Kaiser (52) ist ein Münchner durch und durch, aber kein Löwe – „der Opa hat es versucht, aber nicht geschafft“. Kaiser kümmert sich seit 15 Jahren als Werkstattleiter um die Spielstätte der Stadt München. Hier spielen unter anderem die zweite Mannschaft des FC Bayern, dessen Frauen-Bundesligateam, die zweite Mannschaft der Löwen und auch die A-Jugend. Alle sind sie Mieter hier. Und alle ziehen sich in den schmucklosen, lindgrün gekachelten Umkleiden um. 

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    Die Umkleidekabinen sind seit dem Umbau 2013 viel geräumiger geworden. Foto: A. Sauerer
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    Kein Luxus: Wo die Spieler sich umziehen, sieht es aus wie in der Umkleide einer Schulturnhalle. Foto: A. Sauerer
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    Lindgrüne Kacheln sind ein Kompromiss. Es ging darum, keine Vereinsfarben etwaiger Mieter zu verwenden. Foto: A. Sauerer
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    Auf dem Balkon unter der Haupttribüne, dem ältesten Bauteil des Stadions, sind die Kabinen für die Rundfunkjournalisten untergebracht. Foto: A. Sauerer
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    Günther Kaiser von der Stadt München kümmert sich ums Stadion. Foto: A. Sauerer

Nach der Sanierung von 2013, der das Stadionstüberl aus Platzgründen zum Opfer fiel, sieht es da aus wie in einer Schulturnhalle. Aber immerhin. „Vorher war es viel kleiner“, erzählt Günther Kaiser. „Da musste der Schiedsrichter mit einem Handtuch rumgewickelt an Spielern und Journalisten vorbei zur Dusche laufen.“ Spießrutenlauf nennt man so was. Seit die Sechzger wieder hier spielen, ist es für Kaiser und seine Leute stressiger geworden. Da gibt es Anforderungen, Wünsche und Pläne. Und einen Haufen Müll. „An jedem Spieltag sind 13 große Tonnen voll“, schimpft er. Lauter Plastik von der Choreographie. Es ist eine nicht ganz einvernehmliche Übernahme: Die Fans des TSV 1860 München besetzen ihr angestammtes Gebiet. Sie markieren ihr Revier. Ihre Aufkleber pappen an allen Geländern und Zäunen in der Westkurve, „Giasing forever“, der Hausherr ist wieder da. Nach dem Abstieg kündigen die Löwen bei der Allianz Arena. Nur weil sie ganz unten angekommen sind, dürfen sie wieder nach Hause.

Man wird Löwe trotz allem – und nicht weil

„Mein Verein für alle Zeit“ klebt auf der Querstange, an der Helmi seine Trommel mit Seilen festzurrt. Er strahlt. „Ich bin sehr glücklich.“ Den Ruf „Grünwalder Stadion“ untermalt er mit donnernden Trommelschlägen. In der Westkurve, Block H, stehen auch Max Osterholzer aus Regensburg und Max Mayrl, der mittlerweile in Giesing wohnt. Der Informatiker und der Betriebswirt sind Fans von klein auf, es ist überall die gleiche Geschichte: Als Kind im Stadion gewesen, und dann war es um sie geschehen. Einmal Löwe, immer Löwe. Bei Osterholzer passierte es 1992. Er war sechs Jahre alt und begleitete den Onkel. Sechzig startete von der Bayernliga aus unter Trainer Werner Lorant im Grünwalder Stadion den Durchmarsch nach oben. 1995 wechselte der Verein endgültig ins Olympiastadion, später in die Allianz Arena. Für Osterholzer schließt sich jetzt der Kreis. „Als wir gehört haben, dass wir nicht mehr in der Allianz Arena spielen, da hat sich jeder gefreut“, sagt er. 

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    Max Mayrl und Max Osterholzer (r.) im Grünwalder Stadion. Foto: A. Sauerer
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    Der Fanclub Bruckmandl Löwen aus Regensburg hat sich Anfang 2016 gegründet. Foto: Bruckmandl Löwen/Zepf

Mit „jeder“ meint er auch die Kollegen im Regensburger Fanclub Bruckmandl Löwen. Er hat um die 50 Mitglieder und wurde im Januar 2016 gegründet, zu einer Zeit also, in der es vor allem bergab ging. Auch das ist typisch für diesen Fußballverein: Man wird Löwe oder gründet einen Fanclub trotzdem – und nicht weil. „Also, der Grund ist jetzt nicht der Erfolg“, sagt Max Osterholzer lachend und redet weiter von einem reinigenden Gewitter. Von der Identifikation mit den Spielern, die aus der Region stammen. Von alten Zöpfen, die abgeschnitten wurden. „Was wäre denn gewesen, wenn sie drin geblieben wären?“, fragt Osterholzer. Man hätte neue, teure Spieler von irgendwo geholt. Einen neuen Trainer… der alte Zirkus eben.

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    Sascha Mölders Foto: Andreas Gebert/dpa
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    Daniel Bierofka Foto: Bernd Thissen/dpa
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    Markus Ziereis Foto: A. Sauerer

Daniel Bierofka hätte die Talsohle nicht gebraucht. Und er hätte auch nicht miterleben müssen, wie ein Teil der wütenden Fans nach der Niederlage gegen Regensburg das Mobiliar in der Allianz Arena zerlegten. Der Löwentrainer, der früher hier Spieler war, spürt allerdings die Euphorie. Nach dem 5:0 letzten Samstag gegen Eichstätt und dem 4:1 gegen Ingolstadt II am Dienstag ist die Meisterschaft greifbar nah. Für einen Aufstieg muss der TSV 1860 aber noch in die Relegation. Bereits in der Saisonvorbereitung hat Bierofka gemerkt, was außerhalb des Spielfelds abgeht. Und dann war jedes Heimspiel mit 12 500 Zuschauern ausverkauft. Der Verein zählt 3000 neue Mitglieder. Es herrscht Volksfeststimmung bei den Auswärtsspielen. „Das macht Spaß, das ist schön. Und es überträgt sich aufs Feld“, sagt der 39-Jährige. Wie entfesselt schießt Sascha Mölders gegen Eichstätt drei der fünf Tore.

„Die Atmosphäre ist phänomenal. Die Fans ziehen hervorragend mit.“ Markus Ziereis, Stürmer

Der Bundesligaspieler hätte nach dem Abstieg nicht bleiben müssen. Dennoch verlängerte er den Vertrag. Das und seine Tore machen ihn für die Fans zum Helden. Und das auch: Nach dem Schlusspfiff gegen Eichstätt klettert er auf den Zaun vor der Westkurve und intoniert die beiden wichtigsten Schlachtrufe der Löwen: „Scheiß FC Bayern!“ und „Grünwalder Stadion“. Markus Ziereis ist da zurückhaltender. Aber auch an dem Stürmer und früheren Jahn-Spieler geht die Stimmung nicht spurlos vorbei. „Die Atmosphäre ist phänomenal“, sagt der 25-jährige gebürtige Rodinger. Auch er traf gegen Eichstätt. „Die Fans ziehen hervorragend mit.“ Es sei eine Ehre, vor so einer Kulisse spielen zu dürfen.

Kein Fußballverein wie andere

Martin Reznicek und Walter Lercher sind Teil davon. Die beiden Endvierziger stammen aus dem Hochpustertal. Man kann die Löwen auch aus der Ferne lieben. Rund 300 Kilometer einfach fahren sie zu ihrem Lieblingsverein – in der Vergangenheit nur zu oft, um einer Niederlage beizuwohnen. Aber das macht nichts. „Sechzig ist kein Fußballverein wie andere“, sagt Walter. „Es geht nicht nur um Fußball. Sechzig ist ein Lebensgefühl.“ 

Fans Aus Suedtirol Beim Trepperlwirt Foto Asa
Walter Lercher (l.) und Martin Reznicek Foto: A. Sauerer

In guten wie in schlechten Zeiten. 1994 besuchte Walter, ein gelernter Maler, zum ersten Mal in Giesing ein Löwenspiel und war fasziniert. Er saß in den Jahren danach ein wenig verloren im Oval des Olympiastadions und war Teil eines versprengten Häufleins in der Allianz Arena. Jetzt wäre er gern in der Westkurve. Aber von auswärts kriegt man dort keine Tickets. Karten sind überhaupt Mangelware im Grünwalder Stadion. Im Sommer wird ein bisher stillgelegter Teil der Westkurve saniert. Dann passen wenigstens 15 000 Zuschauer hinein.

Das wird auf die Dauer nicht reichen. Robert Völtl ist nicht gern die Spaßbremse. Aber der Hang zum Vorausschauen ist bei ihm quasi beruflich bedingt: Er war Bierfahrer und Busfahrer und jetzt ist er mit seiner Frau Alice Wirt im Augustiner Stüberl in Rufweite zum Stadion. Ohne Plan ist alles nichts, das weiß der 47-jährige Giesinger. Und der beste Plan liege noch immer bei Manni Schwabl in der Schublade, meint Völtl. Der Ex-Löwe hatte um die Jahrtausendwende in Abstimmung mit dem Verein und mit einem Investor in der Hinterhand auf eigene Rechnung Pläne für einen Ausbau des Grünwalder Stadions für bis zu 36 000 Zuschauer machen lassen. Es kam nicht dazu, der damalige Präsident Karl-Heinz Wildmoser entschied sich anders. „Ein Fehler“, sagt Völtl und nimmt einen Schluck von seinem Hellen. Schwabls Stadion hätte genau die richtige Dimension gehabt.

"Manni Schwabl hatte den besten Plan für das Grünwalder Stadion." Robert Völtl; mit seiner Frau Alice führt er den "Trepperlwirt"

Auf dem Gehsteig vor den Eingangsstufen, die dem Stüberl den schönen Namen „Trepperlwirt“ bescherten, ballt sich eine Traube glückseliger Sechzger-Fans in der Nachmittagssonne. Ein paar Häusl weiter prosten sich grüne Eichstätter und blauweiße Sechzger zu. Max und Max ziehen weiter ins Café „Schau ma moi“ an der U-Bahn-Station Silberhornstraße. Giesing lebt wieder auf, das sagen alle, die an der Einzugsschneise ihr Geschäft haben. Der Lotto-Toto-Shop hat eine Löwenecke dekoriert und bietet sein Wegbier direkt aus dem Träger an. Der triste Wienerwald gegenüber macht an Spieltagen das Geschäft seines Lebens. Beim Löwentreff am Candidplatz verkaufen sie Wurstsemmeln und Schupfnudeln.

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    Sehnsuchtsort Grünwalder Stadion: Blick auf die Haupttribüne Foto: A. Sauerer
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    Blick aus der Westkurve aufs Spielfeld, wo sich die Spieler gerade warm machen Foto: A. Sauerer
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    Die Westkurve Foto: A. Sauerer
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    Blick von der Haupttribüne auf Gegengerade und Ostkurve Foto: A. Sauerer

Robert Völtl hat den Trepperlwirt im November 2015 übernommen. Als früherer Bierfahrer beim Augustiner wusste er, „da geht was“. Und das stimmte auch, schon bevor die Sechzger wieder einzogen. Da kamen halt dann die Zuschauer der zweiten Mannschaft und guckten nach dem Spiel bei ihm die Bundesliga auf Sky. Und jetzt gibt es jedes Mal etwas zum Feiern. Aber wie lange noch? Was ist, wenn Sechzig – hoffentlich – aufsteigt und krawallfreudigere Gegner anreisen als die Freunde aus Pipinsried und Eichstätt? Wenn das Stadion hinten und vorne nicht mehr reicht? Und was ist andererseits, wenn der Verein, unberechenbar wie er ist, die Relegation verbockt und weiter in der vierten Liga herumkrebst?

Ein paar werden vielleicht abspringen. Walter und Martin aus Südtirol auf keinen Fall. Auch Max Osterholzer und Max Mayrl stehen weiter im Block H und gehen danach auf ein Bierchen, vielleicht beim Trepperlwirt. Und der Helmi wird trommeln. In jedem Fall müssen die Fans wieder ganz stark sein. Aber bis es so weit ist, dürfen sie einfach so ins Blaue hineinleben.

Text: Angelika Sauerer
Fotos: Angelika Sauerer, Bruckmandl Löwen, dpa

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