Mark Renneker ist Surfer. Und Arzt. Auf die Reihenfolge legt er Wert. Das eine gehört zum anderen, aber Surfer war Mark schon immer. Mark, so nennt ihn eigentlich keiner. Für die meisten ist er Doc. Doc ist ein Hüne. Alles an ihm ist groß: die Hände, die Nase, die Stimme, der Anspruch an sich selbst und an seine Umgebung.

Docs Sprechstunden richten sich danach, wann Wellen und Wind günstig sind. Er arbeitet vor allem abends. Und wenn ein besonders großer Sturm an der kalifornischen Küste erwartet wird, sagt seine Assistentin auch mal alle Termine ab, damit der Doc riesige Wellen surfen kann, irgendwo auf der Welt oder direkt vor seiner Haustüre, in Ocean Beach, San Francisco. „Dem Doc ist etwas dazwischen gekommen“, sagt sie dann. „Surfen?“, fragen die Patienten. „Ja“, sagt die Sprechstundenhilfe ehrlich und vereinbart einen neuen Termin. Seine Patienten verstehen das. Obwohl ihnen nicht selten der Tod im Nacken sitzt.