Multimedial

Verlassene Orte in 360 Grad

Ein verfallenes Schloss, ein ehemaliger Pestfriedhof oder ein verschwundenes Dorf mitten im Wald – wir zeigen verlassene Orte in der Oberpfalz: im 360-Grad-Rundumblick.

In unserer gleichnamigen Serie haben wir bereits 2014 "Verlassene Orte in der Region" besucht und vorgestellt. Nun haben wir eine 360-Grad-Kamera in die Hand genommen, und uns noch einmal auf die Reise durch die Oberpfalz begeben, um an diesen Orten drei Jahre später neue Eindrücke zu sammeln – und Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich virtuell vor Ort umsehen zu können.

Die Erklärungen zu den Bildern stammen aus der Serie aus dem Jahr 2014. Den Link zum ganzen Bericht finden Sie jeweils am Ende der Erklärung.

So funktionieren die 360-Grad-Bilder

Im Folgenden finden Sie zu jedem der Orte die wichtigsten Informationen und haben die Möglichkeit, sich frei in alle Richtungen umzusehen. Wenn das jeweilige 360-Grad-Bild nicht automatisch startet, klicken Sie in das Fenster. Dann können mit der Maus – oder mit dem Finger, wenn Sie ein mobiles Endgerät benutzen – einfach durch die Bilder navigieren und sich umsehen.

Panzersperren in Bachetsfeld

Sprengstoffbunker für Panzersperren bei Bachetsfeld - Spherical Image - RICOH THETA

An der Kreisstraße Amberg-Sulzbach 1 in der Nähe der kleinen Ortschaft Bachetsfeld, wurde die Russische Armee erwartet. Drei unscheinbare Flickstellen im Asphalt erinnern an die Zeit des Kalten Krieges, als sich am Eisernen Vorhang quer durch Europa die Truppen des Warschauer Paktes und der Nato unversöhnlich gegenüberstanden. Im Falle eines Angriffs, so die taktischen Überlegungen, würden die sowjetischen und tschechoslowakischen Panzerspitzen hier an der engsten Stelle der Mittleren Frankenalb zwischen Sulzbach-Rosenberg und Pommelsbrunn im Angriff auf Nürnberg durchbrechen. Das wollte man verhindern. Unter den Flickstellen im Asphalt liegen fünf Meter tiefe Schächte, die im Ernstfall vermint und gesprengt worden wären. In diesen Trichtersperren sollten sich die russischen Truppen festfahren. Bestückt wurden die Sperren nie – auch nicht in der Krise während des Einmarsches der Warschauer-Pakt-Truppen 1986 in die Tschechoslowakei. Das Bild zeigt das Innere eines Munitionsbunkers in dem die Sprengsätze für die Schächte gelagert wurden.

Die Reportage über die Panzersperren in Bachetsfeld mit dem Titel "Wo sich die Russen festfahren sollten" aus der Serie "Verlassene Orte in der Region" finden Sie hier.

Die ehemalige Gemeinde Waxenberg

Waxenberg_Außen - Spherical Image - RICOH THETA

Nur ein Kreuz und ein Kellereingang erinnern noch daran, dass in der Abgeschiedenheit einmal drei Bauernhöfe und ein Gemeindehaus standen. Tief in den Wäldern der Fürsten von Thurn und Taxis gründete sich in den Jahren 1827/28 die Gemeinde Waxenberg. Mit 2716 Hektar, davon 2385 Hektar Wald, zählte sie damals zu den größten Gemeinden in der Oberpfalz. Am 24. August 1906 verließ der letzte Bewohner Waxenberg und stellte zur Erinnerung ein Kreuz vor seinem Hof auf mit der Inschrift: „Zur Erinnerung unseres Abzuges am 24. August 1906 Josef Fürst“. Das Dorf war von nun an dem Verfall preisgegeben. Die Steinfundamente der Höfe wurden an anderer Stelle wieder verbaut. Die bewirtschafteten Felder und Wiesen wurden aufgeforstet. Deshalb ist heute von der Wüstung so gut wie nichts mehr zu sehen.

Die Reportage über die Gemeinde Waxenberg mit dem Titel "Das verschwundene Dorf im Wald" aus der Serie "Verlassene Orte in der Region" finden Sie hier.

Das Gschwölltal

Gschwöllhof_Außen - Spherical Image - RICOH THETA

Eine grüne Wiese, ein paar alte Bäume und dahinter hört man das Wasser, den Gschwöllbach, rauschen. Zu sehen ist nichts mehr. Nur Natur. Im vorigen Jahrhundert war das noch anders. Hier im Perlbachtal, das man auch das „Gschwöll“ nannte, standen acht Mühlen. Neben dem Kirchplatz waren sie seinerzeit wohl die wichtigsten Orte, um Neuigkeiten auszutauschen. Denn am Rande des Bayerischen Waldes, wo viele Menschen abgeschieden auf ihren Höfen lebten, es noch kein Telefon oder Radio gab und Zeitungen nicht täglich erschienen, hatten die Menschen nur wenige Möglichkeiten zur Kontaktpflege. In den 1960er Jahren endete die Mühlentradition rund um Wörth. Die Gebäude standen leer, verfielen und die meisten wurden schließlich abgerissen. Heute ist die Gegend ein Wanderparadies.

Die Reportage über das Gschwölltal mit dem Titel "Beim Müller wurden Ehen gestiftet" aus der Serie "Verlassene Orte in der Region" finden Sie hier.

Teilen