360 Grad

Alles in Sicherheit

Von einer geheimen Waffenkammer über einen Raum hinter Gittern bis zum Herzen des Zugverkehrs in Regensburg: Mit der MZ gelangen Sie virtuell an Orte, die Sie entweder nie betreten können – oder nie betreten wollen.

In einem ehemaligen Heizungskeller mitten in Regensburg werden beschlagnahmte Waffen aufbewahrt. Im Stellwerk der Deutschen Bahn ist eine gigantische Wand das zentrale Element. In den Ausnüchterungszellen finden die Inhaftierten nur einen Schalter – und der ist nicht für das Licht. Das Stadtlagerhaus im Regensburger Hafen bietet mehr als nur eine schöne Aussicht. Und in der JVA Regensburg werden die Unterschiede zwischen alten und modernen Zellen schnell deutlich.

So verschieden diese Orte sind, haben sie doch zwei Dinge gemeinsam: Sie sind schwer bis gar nicht zugänglich – und gerade deshalb ist es spannend, einen Blick hineinzuwerfen. Scrollen Sie sich zunächst durch einige Bilder, die Ihnen einen ersten Eindruck dieser Orte hinter (normalerweise) verschlossenen Türen vermitteln. Wem dieser kleine Eindruck aber noch nicht reicht, der sollte noch weiter nach unten scrollen. Denn jeder Ort kann virtuell im 360-Grad-Rundumblick erkundet werden.

So funktioniert es

Wir haben mit einer 360-Grad-Kamera Orte in der Oberpfalz besucht, an die Sie entweder nie gelangen können – oder nicht gelangen wollen. Im Folgenden finden Sie zu jedem der Orte die wichtigsten Informationen und haben die Möglichkeit, sich frei in alle Richtungen umzusehen. Wenn das jeweilige 360-Grad-Bild nicht automatisch startet, klicken Sie in das Fenster. Dann können mit der Maus – oder mit dem Finger, wenn Sie ein mobiles Endgerät benutzen – einfach durch die Bilder navigieren und sich umsehen. 

Hier lagert eine Behörde in Regensburg Waffen, die beispielsweise von der Polizei beschlagnahmt werden. Wo dieser Raum mit seiner Panzertür ist, muss geheim bleiben. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA

Wo in Regensburg Waffen lagern

Der Deal war einfach: Wenn geheim bleibt, wo genau sich diese Sammlung von Schusswaffen und Munition in Regensburg befindet, ist ein Besuch möglich. Denn in diesem Tresor hinter einer dicken Panzertür werden von einer Behörde zahlreiche Waffen gelagert. Hier landen beispielsweise Waffen, die von der Polizei beschlagnahmt werden, oder solche, für die ein Erbe keine Genehmigung besitzt. Manche werden an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, andere vom Landeskriminalamt in München zerstört.

Unmöglich ist es nicht, in diesen Raum zu gelangen - aber unerfreulich: Denn die Haftzellen im Keller der Regensburger Polizeiinspektion Süd heißen nicht umsonst auch Ausnüchterungszellen. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA

Nüchterner Ort für betrunkene Menschen

Unmöglich ist es nicht, diesen Raum im Alltag zu sehen – aber sehr unerfreulich. Denn die sechs Haftzellen im Keller der Regensburger Polizeiinspektion Süd heißen im Volksmund nicht umsonst Ausnüchterungszellen. „Wir haben hier schon regen Betrieb“, sagt der verantwortliche Polizist. Mittwoch, 10 Uhr – und zwei der Zellen sind belegt. Eines fällt besonders auf: Es gibt zwar einen Knopf für den Notfall, über den der Insasse Kontakt zu dem diensthabenden Polizisten aufnehmen kann. Aber es gibt keinen Lichtschalter. Die Entscheidung "Licht an" oder "Licht aus" müssen die Verhafteten gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes hier treffen – und die ist dann auch endgültig.

24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche sind im Stellwerk zwei Fahrdienstleiter für alle Züge im Regensburger Hauptbahnhof verantwortlich. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA

24 Stunden am Tag alle Züge im Griff

Sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag ist das oberste Stockwerk in dem kleinen Gebäude an der Bahnhofsstraße besetzt. Doch ohne die beiden Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn würde nicht nur im Regensburger Hauptbahnhof nichts vorangehen. Denn in diesem Stellwerk werden alle Züge gesteuert, die den Bahnhof erreichen oder verlassen – oder im Bahnhofsbereich rangieren. Die große Wand mit den blinkenden Lichtern ist nicht etwa ein Relikt aus einer Zeit vor der Wende. Sie ist tatsächlich noch immer das Herzstück der Anlage.

Ein Schiff im Regensburger Hafen wird ausgeladen. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA

Eine historische Lagerstätte

44 Meter über den Dächern von Regensburg – und unter den Füßen bis zu 25.000 Tonnen Sojaschrot, Getreide und andere Agrarprodukte. Das Stadtlagerhaus im Regensburger Westhafen ist mehr als ein Industriedenkmal. Der mittlere Teil steht zwar unter Denkmalschutz, aber trotzdem wird das imposante Gebäude aus dem Jahr 1911 als das genutzt, was es ist: ein Lagerhaus. Jeden Tag legen hier zahlreiche Schiffe an. Bis zu drei Kräne gleichzeitig entladen aus dem Bauch der schwimmenden Kolosse die kostbare Fracht und kippen sie auf ein großes Sieb. Sogenannte Elevatoren bringen die Waren ins Dachgeschoss. Von dort geht die Reise computergesteuert in eine der Silozellen. "Dieses Gebäude ist für die Ewigkeit gebaut", sagt Franz Hansel. Er ist der Chef der "Lagerhaus- und Schiffahrtsgesellschaft mbH Regensburg" (LSR), die das Lagerhaus betreibt. Doch sehen Sie sich einfach selbst um: auf dem höchsten Punkt und direkt beim Entladen eines Schiffes. Denn hier dürfen Besucher nicht einmal am Tag der offenen Tür hin.

Der höchste Punkt des Stadtlagerhaues: Diesen Blick über Regensburg können Besucher nicht einmal am Tag der offenen Tür genießen. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA
Ein neuer Haftraum in der JVA Regensburg: Das Gefängnis wird Schritt für Schritt umgebaut. In solchen Hafträumen werden ab Mitte des Jahres 2016 weibliche Häftlinge untergebracht sein. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA

Blick hinter die Mauern der JVA

Die Realisierung dieser beiden 360-Grad-Fotos war nicht einfach – wegen Sicherheitsbedenken. Möglich gemacht hat es der Leiter der JVA Regensburg, Christian Gessenharter, am Ende doch. Was zu sehen ist, beschreibt er per Mail so: „Die Ansichten der beiden Hafträume zeigen die Vollzugswelt in ihrer Entwicklung der Zeit. Im Altbestand der Justizvollzugsanstalt Regensburg wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts der Vollzug der Straf- und Untersuchungshaft durchgeführt und durch entsprechende organisatorische und Bauunterhaltsmaßnahmen den Erfordernissen eines zeitgerechten Justizvollzugs Rechnung getragen. Die Neubauten befinden sich seit Februar 2016 bereits im technischen Probebetrieb und sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2016 stufenweise den Echtbetrieb aufnehmen. So werden z.B. in der neuen Zugangsabteilung sowie in einem neuen Unterkunftsbereich für weibliche Gefangene die Verbesserungen der Vollzugsbedingungen deutlich sichtbar, was letztlich das Ziel für den gesamten Bereich der Justizvollzugsanstalt Regensburg im Rahmen der Gesamtausbauplanung sein wird.“

Ein "alter" Haftraum in der JVA Regensburg: Die Justizvollzugsanstalt soll schrittweise modernisiert werden. #geheimeOrte - Spherical Image - RICOH THETA

Text und Recherche: Nina Schellkopf & Mario Geisenhanslüke

Bilder und 360-Grad-Bilder: Nina Schellkopf, Holger Schellkopf & Mario Geisenhanslüke 

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